Wer Rettungsschwimmer sein möchte, muss mehr können, als sich nur über Wasser zu halten. Dies stellten am Wochenende all die passionierten Schwimmer, die ins Kulmbacher Hallenbad gekommen waren, unter Beweis. 18 Mannschaften aus Mittel- und Oberfranken wollten bei dem Wettbewerb dabei sein.

"Insgesamt sind 16 Kreiswasserwachten angetreten", zeigte sich Uli Peschel, stellvertretende Kreisjugendleiterin der Wasserwacht glücklich. Die Jugendlichen traten - ihrem Alter entsprechend - in verschiedenen Gruppen an. Die Acht- bis Zehnjährigen hatten die Aufgaben der Stufe 1 zu erfüllen, die 11- bis 13-Jährigen die Aufgaben der Stufe 3 und die 14 bis 16-Jährigen die schon ziemlich kniffligen Aufgaben der Stufe 3. Höhepunkt des Wettbewerbes war natürlich der Sonntag. Denn am Sonntag fand der große Schwimmwettbewerb statt.

Nicht alle Kreiswasserwachten stellten Mannschaften aus allen Altersgruppen. "Wir in Kulmbach allerdings schon. Wir stellen je eine Mannschaft aus Stufe 1, 2 und 3", zeigte sich Peschel stolz. Nils Allstädt (13) tritt für Kulmbach an. "Ich habe jetzt fünf Monate geübt. Jede Woche - zwei bis drei Mal. Jetzt muss es klappen. Wir geben unser Bestes", erklärte der Super-Schwimmer. Schon steht er am Startblock. Auch Schwimmfreund Maik Wehner (14) ist mit ihm in einer Staffel. Die Disziplinen, die die angehenden Rettungsschwimmer zu absolvieren haben, sind knifflig. Sie müssen mit Flossen schwimmen, Bälle transportieren, Ringe aus dem Wasser holen und Strecken tauchen. Manche der passionierten Wasserratten gleiten wie ein Fisch im Wasser, fischen die Ringe, die in verschiedenen Wassertiefen positioniert sind, quasi im Vorüberschwimmen aus dem Wasser. Außerdem gilt es, andere zu retten. Je nach Altersstufe müssen die Schwimmer Bälle durchs Wasser bugsieren. Die älteren "Ziehen" und "Schieben" ihre Kameraden durchs Wasser und üben das Retten.

Die kniffligste Aufgabe ist das Schwimmen mit Kleidern. "Es ist einfach ein ganz anderes Gefühl, wenn man eine Jacke im Wasser anhat. Das engt ein, das muss man üben", erklärt Peschel. Doch die Mitglieder der Wasserwachten haben keine Probleme damit.

Zoe Rocher ist erst neun Jahre alt. Sie kommt aus Muggendorf. Gemeinsam mit ihrer Freundin Finja Fiedler (10) aus Ebermannstadt gehört sie zu den jüngsten Teilnehmern. "Es macht doch Spaß, das ganze Wochenende im Wasser zu verbringen", sagen beide.

"Wichtig ist ja, dass die Kreiswasserwachten überhaupt Teams schicken. Auch wenn jemand auf den fünften oder sechsten Platz kommt, wichtig ist, dabei zu sein", erklärt Ulrike Peschel. Allzu häufig sind solche Events nicht. Das nächste große Rettungsschwimmen steht erst 2020 an.

Doch nicht nur die Bewegung im Wasser ist Thema des Rettungsschwimmerwettbewerbs. Die Kids müssen sich auch in der Theorie auskennen. Sie mussten Erste-Hilfe-Wissen unter Beweis stellen, legten Druckverbände an und versorgten Platzwunden. Sie mussten die Gefahren im Wasser kennen - und auch medizinische Kenntnisse wurden abgefragt.

Neben Theorie und Praxis hatten die Rettungsschwimmer auch jede Menge Spaß. Das BRK hat die Verpflegung übernommen. Alle Teilnehmer schliefen in der Dreifachturnhalle. Und außerdem hatte das THW Spielstationen aufgebaut. Denn ein bisschen Spaß gehörte zum Wettbewerbswochenende natürlich auch.