Zum Innehalten und Nachdenken, nicht nur zu Weihnachten, forderte Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) in seiner Rede zur Jahres-Abschlussfeier des Stadtrates auf. Gerade Menschen mit vollem Zeitplan und mit Verantwortung für andere sollten sich die Zeit nehmen zum Überlegen, was wichtig und was weniger wichtig ist.
Wichtig sei für die Stadt Eltmann, dass sich die Haushaltslage entspannt hat, geplante Kredite nicht aufgenommen werden mussten, wichtig sei aber ebenso das vielfältige ehrenamtliche Engagement vieler Bürger in den Vereinen, für ein lebendiges kulturelles Leben und seit geraumer Zeit auch für die Flüchtlinge, die hier angekommen sind. Die Folgen von Krieg, Folter, Unterdrückung und Not seien nicht nur den Eltmannern so unmittelbar vor Augen geführt worden, und es sei beachtlich, wie viele Menschen sich um Integration bemühen.


Da relativiert sich manches

"Während sich die Nachkriegsgeneration mit den Flüchtlingen und Vertriebenen die Armut teilen musste, sind wir heute in der glücklichen Lage, den Wohlstand teilen zu können", gab Michael Ziegler zu bedenken. Angesichts dessen, was die Flüchtlinge erlebten und wovor sie geflohen sind, relativiere sich manche eigene Sorge, stellte er fest. Ziegler bezeichnete es als eine Stärke Eltmanns, dass viele Bürger Verantwortung für ihren Ort und ihre Mitbürger übernehmen, etwa als Aktive der "Tafel" oder in anderen Organisationen.
Die kommunalpolitische Bilanz für Eltmann falle positiv aus, sagte Ziegler. 2,3 Millionen Euro Kreditaufnahme habe der Haushaltsplan zur Sicherheit vorgesehen, doch "wir mussten keine neuen Schulden aufnehmen". Die Einnahmen hätten sich stabilisiert, erklärte der Bürgermeister, und auch der Verkauf von Bauplätzen und Gewerbeflächen laufe positiv.
Zwei städtische Wohnblocks in der Steigerwaldstraße wurden saniert, die Feuerwehr erhielt ein neues Fahrzeug, die Generalsanierung der Weidengasse wurde abgeschlossen, die Planung für die Schlosssteige und den Lembacher Weg läuft ebenso wie die Sanierung der städtischen Spielplätze Zug um Zug.
In diesem Jahr standen die Plätze am städtischen Kindergarten und in der Siedlung "Am Hahn" auf der Agenda. Ein großes Stück weiter kam Eltmann mit der Breitbanderschließung und auch in der Sanierung der Trinkwasserversorgung. 2016 wird sich der Stadtrat intensiv damit beschäftigen, wie eine Generalsanierung des Freibades aussehen kann.
Dazu, dass die Menschen sich in Eltmann wohl fühlen, gehörten die Bemühungen um die Jugend und um das Kulturprogramm. Um beides bemühe sich die Stadt mit eigenen Angeboten ergänzend zu vielen Vereinen.
Den Stadtratsmitgliedern dankte Michael Ziegler für die konstruktive Zusammenarbeit in zwölf Stadtratssitzungen und 20 Ausschusssitzungen. Die Zeit, die ein Stadtratsmitglied aufwendet, lasse sich aber nicht allein auf die Sitzungen reduzieren; deshalb dankte der Bürgermeister ausdrücklich den Familien, die das Ehrenamt ihres Familienmitglieds mittragen.
Für die gute Zusammenarbeit dankte Ziegler seinen Stellvertretern Hans-Georg Häfner und Peter Klein und allen Mitarbeitern in Verwaltung und Bauhof.
Den Dank gab Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Häfner zurück an Michael Ziegler. Er stellte fest, dass 2015 vorwiegend Projekte abgewickelt wurden, die schon 2015 grundgelegt waren und dennoch gab es viel Arbeit. Die Eltmanner seien scheinbar recht zufrieden, wie die Bürgerversammlungen zeigten. Als besonderes Event, das Eltmann in Zukunft bereichern werde, hob er den ersten Mainathlon heraus. Das Organisationsteam habe wirklich Großartiges geleistet. Auch auf dem Sektor der Energieeffizienz und dezentralen Energieerzeugung sei der Stadtrat seinen Weg konsequent weitergegangen mit den beiden Blockheizkraftwerken am Hackschnitzelheizwerk und in der Stadthalle.
Ein positiver Nebeneffekt des Mainathlons sei gewesen, dass der Festplatz auf der Mainhalbinsel mit einer Infrastruktur für die Technik ausgestattet wurde. Ähnliches wünschte sich Häfner (SPD) nun noch für den Platz rund um die Wallburg.