Wenn sich jetzt im Spätsommer das letzte leuchtende Blütenfeuerwerk entfaltet, lässt sich öfter die ursprünglich in Mittel- und Südeuropa beheimatete Blaue Holzbiene beobachten, zum Beispiel an Wandelröschen oder Salbeiarten. Mit ihren knapp 2,5 bis drei Zentimetern Größe, ihrer schwarzen Behaarung und ihren in der Sonne schwarzviolett schimmernden Flügeln ist die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) kaum zu verwechseln. Dank ihrer kräftigen Mandibeln und des kräftigen Saugrüssels finden das Insekt schnell den kürzesten Weg zum Nektar. Im Allgemeinen schätzt die große Wildbiene vor allem große Schmetterlings- und Lippenblütler. Um sich entwickeln zu können, benötigt das Insekt Totholz und blütenreiche Areale. Wenn der Nektar- und Pollenvorrat der Blütenpflanzen zu Ende geht, die Temperaturen sinken und der Winter näherrückt, suchen sich die Holzbienen einen geschützten Überwinterungsort, zum Beispiel in Mauernischen. Es überwintern männliche und weibliche Tiere. Ihre Hochzeit findet im Frühling statt. Eine Mischung aus Pollen und Nektar dient als Proviant für die heranwachsenden Larven. Die jungen Holzbienen schlüpfen aus ihren Puppen im Laufe des Sommers und verlassen dann der Reihe nach ihre Kinderstube. Die wärmeliebenden Holzbienen können zwar stechen, sind aber in der Regel sehr friedlich und lassen sich gut beobachten. Foto: Thomas Neder