von unserem Mitarbeiter  Günther geiling

Kottendorf/Lauter — Die unzulässige Überbauung einer Fernwasserleitung durch einen Grundstückseigentümer in der Gemeinde Lauter sorgte in der Zweckverbandsversammlung der "Veitensteingruppe" für Diskussionen. Lauter ist einer jener Orte, die der Kottendorfer Verband mit Trinkwasser versorgt. Am Ende stand der einstimmige Beschluss, dass das Nebengebäude im Garten wieder zu entfernen und die im Jahr 2009 schriftlich fixierte Grunddienstbarkeit einzuhalten ist.
Die Behandlung dieses Tagesordnungspunktes wurde insofern noch etwas angeheizt, als die Gemeinde Lauter angeregt hatte, ob man nicht den betroffenen Grundstückseigentümern eine Befreiung von den Festsetzungen erteilen und das Problem auf diese Weise lösen könnte.
Der Geschäftsführer des Wasserzweckverbandes, Rupert Göller stellte fest, man könne nicht einer Sache zustimmen, die gegen den Bebauungsplan und die Grunddienstbarkeit verstoße. In einem Sachvortrag zeigte er auf, dass im Jahre 2009 von der Gemeinde ein Bebauungsplan vorgelegt worden sei. Hier seien die Leitungen quer durch das betreffende Grundstück gegangen. Wegen einer besseren Bebaubarkeit sei dann der Wunsch des Grundstücksbesitzers eingegangen, die Fernleitungen zu verlegen. Der Zweckverband sei diesem Wunsch entgegengekommen und alles sei in einer Vereinbarung und Grunddienstbarkeit mit der Familie geregelt worden. Dadurch konnte die alte Querung gelöscht und die neue Trassenführung eingetragen werden.

Durch Zufall entdeckt

Nun habe ein Mitarbeiter des Zweckverbandes im Oktober festgestellt, dass die Leitung mit einem Nebengebäude überbaut und dazu auch noch die Leitungstrasse überpflastert worden sei. Mit Bildern untermauerte Göller, dass im Bebauungsplan ein Baufeld eingezeichnet ist, und nur in dieses Baufeld gebaut werden dürfe: "Die Halle ist deswegen ein Schwarzbau."
Dazu komme, dass bei einem Rohrbruch der Anlieger im Keller "absaufen könne", so Göller, denn dort werde es im Ernstfall zu einem regelrechten Wasserfang komme.
Die Zweckverbandsvorsitzende, Breitbrunns Bürgermeisterin Gertrud Bühl, erinnerte daran, dass dies eine Fernleitung sei und weitere Orte an diesem Netz hängen würden. Sie sprach von einem bewussten Verstoß gegen den Vertrag.
Der Bürgermeister der Gemeinde Lauter, Armin Postler (CSU), gab zu, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die Leitung so verlaufe. Verbandsmitglied Erich Langhojer fand, es gehe hier um ein prinzipielles Recht und nicht um eine kleine Sache. Für den stellvertretenden Zweckverbands-Vorsitzenden Peter Großkopf, Baunach, gab es keine Alternative zum Rückbau der Halle. So folgte der einstimmige Beschluss des Gremiums, dass das Gebäude auf der Leitungstrasse unverzüglich zu entfernen ist. Weiter soll rechtlich geklärt werden, in welchen "Urzustand" die Leitungstrasse bei Schäden wieder zurückversetzt werden und wer für die Kosten aufkommen müsse. Ebenfalls will man abklären, wer bei Wasserschäden zuständig ist, da das Gelände durch die Eigentümer verändert und aufgefüllt wurde.

Sanierung steht an

Das Maschinen- und Bürogebäude des Zweckverbandes in Kottendorf soll einen neuen Anstrich erhalten und die Fenster sollen erneuert werden. Das Gremium fasste den Grundsatzbeschluss, diese Maßnahmen 2015 durchzuführen.