Im Zentrum des Bildbandes "Schwärzdorf in Bildern" stehen die Schwärzdorfer selbst. Dem Hobbyfotografen Friedrich Bürger gelangen Schnappschüsse beim Kochen, Holzspalten oder beim Kartenspiel im Wirtshaus. Der jüngste Schwärzdorfer, Louie Dötschel, gerade mal ein paar Tage alt, ließ sich für ein Foto nicht aus der Ruhe bringen. Lebhafter ging es im Schaf- und Ziegenstall von Silke und Falko Schnabel mit ihren 100 Schafen und 20 Ziegen zu. Natürlich wurde auch die Auszeichnung der Schwärzdorfer auf Bezirksebene für "Unser Dorf soll schöner werden" (die Urkunden hängen im Gemeinschaftshaus) dokumentiert.

Archivbilder, zur Verfügung gestellt von Herta Wächter, illustrieren die Aktionen der Schwärzdorfer "Lechtstum"-Damen zu Ostern und zur Erntezeit. Diese bereichern das Gemeindeleben neben der örtlichen Feuerwehr, die alljährlich das Dorffest zu Himmelfahrt ausrichtet, ungemein.

Im historischen Teil des Buches wurden Fotos aus der "Dorfchronik" von Karl-Heinrich Bauer mit aufgenommen. Bauer (1890 - 1978) war Chirurg, Krebsforscher, Gründer des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg und Ehrenbürger von Mitwitz und gilt als der "berühmte Sohn Schwärzdorfs". Sein Geburtshaus, das auffällige Fachwerk-Bauernhaus (bzw. Wirtshaus), steht in der Dorfmitte. Neben der Dorf-Bilderchronik, die er 1947 der Gemeinde übergeben hatte, stiftete er 1953 für das Spritzenhaus eine Glocke. In seinen "Einsichten und Erinnerungen" - ein aufschlussreicher Textbeitrag im Buch - gibt der Professor einen Rückblick auf das Schwärzdorf der Jahrhundertwende und seine eigene Kindheit um 1900.

Aufnahmen vom Landschaftsschutzgebiet "Schwärzdorfer (Mitwitzer) Wustungen" sind im Buch ebenso abgebildet wie die kulturhistorisch einmaligen Wustungen. Breiten Raum nimmt die historische Grenzöffnung zwischen Schwärzdorf und Sichelreuth ein. Durch den Garten der Familie Bauersachs in der Reuterswustung bei Schwärzdorf verlief die innerdeutsche Grenzlinie. Der historische Grenzstein aus dem Jahr 1845 mit der Inschrift KB (für Königreich Bayern) sowie HM (für Herzogtum Sachsen-Meiningen) macht den Grenzverlauf sichtbar. red