Die Bevölkerung der Stadt Bamberg ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Bildungslandschaft: Angesichts der teils dramatischen Zunahme der Schülerzahlen in einigen Stadtteilen überlegt die Verwaltung seit einiger Zeit, wie man auf diese Entwicklungen reagieren kann. Oberste Priorität hat dabei das Gebiet östlich der Bahnlinie. So hat der Schulsenat des Bamberger Stadtrates nun empfohlen, zwei Schulen zunächst durch Containerlösungen zu entlasten. Außerdem muss über einen Erweiterungsbau an einem neuen Standort nachgedacht werden.

Zudem möchte das Amt für Bildung, Schulen und Sport mit der Regierung von Oberfranken über mögliche Sprengelanpassungen verhandeln, damit die Schüler besser verteilt werden können.

Bambergs Zweiter Bürgermeister und Schulreferent Christian Lange (CSU) betont in der Pressemitteilung aus dem Rathaus: "Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt nun in Bamberg-Ost. Nach der erfolgreichen Stabilisierung der vier Grundschulstandorte im Berggebiet (Domschule mit Schulhaus Wildensorg sowie Kaulbergschule mit Schulhaus Bug) wollen wir nun auch die Schulentwicklung im Bamberger Osten angehen. Hier ist der bevölkerungsreichste Stadtteil. Dort wollen wir der freudigen Entwicklung, dass wieder mehr Kinder geboren werden und zuziehen, Rechnung tragen. Unsere Schulen sollen mit einigen Maßnahmen auf den höheren Bedarf vorbereitet werden."

Auch unter den Mitgliedern des Bamberger Kultursenats war man sich in der jüngsten Sitzung einig, dass dies nur mit Hilfe von Anpassungen der Infrastruktur möglich ist. Dass die Notwendigkeit grundsätzlich besteht, geht aus dem dritten Teilband des Bamberger Bildungsentwicklungsplanes und den Daten des städtischen Einwohnermeldeamtes hervor: So steigen allein an der Rupprechtschule die Zahlen von 283 Schülern im laufenden Schuljahr auf voraussichtlich 443 im Schuljahr 2024/2025.

Container kommen

An der Heidelsteigschule sollen ebenfalls Container genutzt werden, hier geht es aber um den Erhalt und die Erweiterung des Ganztagesangebots. Außerdem soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, um zu klären, inwiefern eine Teilsanierung und ein Erweiterungsbau zum Schulhaus möglich sind. Die Mittel für diese Planung sollen für das Haushaltsjahr 2020 angefordert werden. Die Heidelsteigschule könnte außerdem eine Außenstelle in der Pestalozzischule bekommen, sobald dort die Fachhochschule des Mittelstands ausgezogen ist.

Gleichzeitig wird sich die Verwaltung der Stadt Bamberg an die Regierung von Oberfranken wenden: "Dabei geht es um mögliche Anpassungen der Schulsprengel, damit die Schüler bestmöglich auf die vorhandenen Schulen verteilt werden können", erklärt Matthias Pfeufer, Leiter des Bildungsbüros und des Amts für Bildung, Schulen und Sport. Auch bei den übrigen Grund- und Mittelschulen, für die die Stadt Bamberg die Sachaufwandsträgerin ist, werden weitere Grundschulverbünde und Sprengelanpassungen geprüft. Die Teilsanierungen und Instandhaltungen an den anderen Grund- und Mittelschulen sollen ebenfalls fortgeführt werden - je nachdem, welche Mittel der Stadtrat in den Haushaltsberatungen dem Immobilienmanagement zur Verfügung stellt.

"Im Blick behalten wir außerdem den Rechtsanspruch auf ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote im Grundschulalter, der ab 2025 greift", merkt Pfeufer an. Die Berechnungen für die Kapazitäten in der ganztägigen Bildung und Betreuung würden von vorne herein darauf abgestimmt.

Als laufende Maßnahme wird derzeit in Bamberg-Ost bereits die Graf-Stauffenberg-Halle saniert. Außerdem hat der Zweckverband Gymnasien Stadt und Landkreis Bamberg beschlossen, dass das Dientzenhofer-Gymnasium modernisiert werden soll.

Grüne fordern Stellungnahme

Bestehende Rückstände bei der Schulhaussanierung wollen die Bamberger Grünen auf die Tagesordnung des nächsten Schul- und Kultursenats bringen, noch rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen. Darüber informierten die Grünen in einer Pressemitteilung. Darin heißt es: "Die Elternbeiräte von Hainschule, Kaulbergschule, Kunigundenschule, Martinsschule, Rupprechtschule und Wunderburgschule haben sich an die Fraktionen gewendet und fordern mehr finanzielle Mittel für Sanierungsmaßnahmen."

GAL-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Grader beantragt eine Stellungnahme von Bürgermeister Christian Lange, der als Schulreferent zuständig ist. In ihren Schreiben bemängeln mehrere Schulen laut GAL, dass Sanierungsbedarfe seit langem bekannt seien und immer wieder mit der Verwaltung besprochen würden, dann aber nichts passiere. red