Nach Weihnachten nähert sich das Halbjahreszeugnis. Und dann fällen Schüler und Eltern die Entscheidung, wie es in Zukunft weitergehen soll. Schulwechsel, weiterführende Schule, Ausbildung? Normalerweise laden die heimischen Schulen zu Tagen der offenen Tür. Doch wegen der Corona-Pandemie ist daran nicht zu denken.

Die Gymnasien stellen auf den jeweiligen Homepages die Schule virtuell vor, die Fachoberschule/Berufsoberschule in Kulmbach, die Adalbert-Raps-Schule, wollte einen anderen Weg gehen: einen praktischen, betont der Leiter des beruflichen Schulzentrum, Alexander Battistella. "Uns war schon im November klar, dass ein Infotag, so wie er normalerweise durchgeführt wird, in diesem Jahr wohl nicht machbar sein wird", sagte der Schulleiter. Folglich griff er selbst zu seiner Handycam und fertigte mit dem Profi-Schnittprogramm Adobe Premiere einen Videoclip. In nur einer halben Stunde, nur zum Spaß. "Ich habe bewusst nicht unsere große Kamera genommen, ich wollte zeigen, dass der Umgang mit den Medien ganz leicht ist und auch Spaß macht", so Battistella. Und während der Präsenzphase taten es die Abteilungsleiter, Lehrer und Schüler dem Schulleiter gleich.

"Das war schon ein herausforderndes Projekt, aber die anderen ließen sich schnell mitziehen und die Idee hat dann eine Eigendynamik entwickelt", sagte Bertram Unger, der Leiter der FOS/BOS.

Viele kreative Ideen sind in die Produktion eingeflossen. Und die Schüler hatten auch gleich die Möglichkeit, den Umgang mit digitaler Technik zu erproben. Innerhalb weniger Wochen sind mehr als dreißig kurze Clips über die Schule entstanden. Und diese können ab sofort auf der Homepage begutachtet werden.

"Wir zeigen natürlich unser Haus und wir erklären auch die Möglichkeiten, die die künftigen Schüler bei uns haben. Aber es geht vor allem darum, dass wir den Geist des Hauses vermitteln, den Spirit", so Battistella.

An der FOS/BOS stehen drei Ausbildungsrichtungen zur Wahl: Technik, Sozialwesen und Wirtschaft. Und jeder Bereich präsentiert sich mit kleinen Clips. Die Lehrer stellen sich vor, die Fachbereichsleiter und auch die Schüler kommen zu Wort. "Die Clips sind nicht perfekt, das war auch nicht unser Anspruch. Die Kamera darf mal wackeln, man kann sich versprechen. Die Videos sollen einen Einblick in die Schule geben", so Battistella. "Jeder durfte kreativ sein", pflichtet Bertram Unger dem Schulleiter bei.

Sahin Wißlicen war bei der Produktion dabei. "Ich habe in einem Video einen Rundgang mit verschiedenen Stationen gemacht und die Aktion Menschenrechte vorgestellt. Ich habe auch Szenen mit anderen Schülersprechern und Lehrern geplant," so Sahin Wißlicen: "Persönlich war für mich wichtig, dass man in der elften Klasse Praktika machen muss. Das ist anders als in den Gymnasien und ich finde, das ist eine wunderbare Vorbereitung auf das spätere Berufsleben. Ich finde, es hilft enorm, in die eventuellen Berufe reinzuschnuppern", sagt der Schülersprecher.

Den Ausschlag für seine Entscheidung, an welcher Schule es für ihn weitergehen soll, gab vor allem das Schulleben. "Für mich war der Ausgleich zum Unterricht, das bunte Schulleben, die Aktionen, die wir als SMV machen wie der Weihnachtskuchenverkauf, das Packen der Weihnachtspäckchen, Theatervorstellungen oder Feiern von bedeutsamen Feier- und Gedenktagen wichtig. Auch, dass wir eine Unesco-Projektschule sind", so Sahin Wißlicen und hofft, dass auch den künftigen Schülern die kleinen Clips Spaß machen und einen lebendigen Eindruck vermitteln können.