von unserer Mitarbeiterin Sabine Weinbeer

Haßfurt — Ina-Sophie wird Industriekauffrau, Joshua KfZ-Mechatroniker und Nicole geht ab Herbst auf das Gymnasium. Die drei Abschluss-Schüler erhielten am Freitag ihre Zeugnisse an der Dr. Auguste-Kirchner-Realschule in Haßfurt. Sehr unterschiedliche Persönlichkeiten sind sie, aber sie strahlen eine große Harmonie aus, als sie sich wenige Tage vor der Abschlussfeier treffen, um mit dem Fränkischen Tag über die Schule und ihre Pläne zu reden.
Streitschlichter, Klassensprecher, SMV, Schülerzeitung - Ina-Sophie Müller aus Ottendorf sprüht vor Energie. Wo sie gebraucht wird, setzt sie sich ein. Das sei aber auch leicht gewesen an dieser Schule, denn der Kontakt zu den Lehrern sei immer sehr offen und vertrauensvoll gewesen, erzählt die 16-Jährige.
Ihr Abschluss war gut, dennoch musste sie 30 Bewerbungen schreiben, denn trotz rückläufiger Absolventenzahlen sind Büroberufe heiß begehrt. Sie will jetzt eine Jugendreise unternehmen und sich bei ihrer Tante im Allgäu ein bisschen erholen, bevor die Ausbildung beginnt. Sie macht kein Geheimnis daraus, dass sie sich auf ihr erstes Gehalt freut.

Rückkehr in die Schule

Das mit dem Gehalt wird bei Nicole noch etwas warten müssen, denn sie hat sich für die Übertrittsklasse des Regiomontanus-Gymnasiums entschieden. Sie wird Mitte September ins gleiche Schulgebäude zurückkehren. Dabei waren die Startchancen von Nicole Wesner nicht ganz optimal. Ihre Eltern kamen aus Russland hierher. Nicole wurde zwar in Deutschland geboren, aber zuhause wurde nur Russisch gesprochen.
"Klo, Trinken und Essen, das war so etwa mein Wortschatz, als ich in den Kindergarten kam", erzählt sie. Einen Deutschkurs hatte sie nicht. "Mein Umfeld hat mich Deutsch gelehrt, ich habe mich schon immer gern unterhalten", lächelt sie. Doch die einstige Not ist heute eine Tugend: zweisprachig aufgewachsen, zwei Sprachen in der Schule - das sind sicherlich Trümpfe, die sie später ausspielen kann. Zwei Ziele hat sie jetzt vor sich: das Abitur und dann ein Psychologie-Studium.

Sehr engagiert

Als einer von den besonders Engagierten wurde Joshua Schütz bei der Abschlussfeier ausgezeichnet. Eine Zeit lang hat er sich mit der Schule nicht gerade leicht getan, doch dann ist der Knoten geplatzt. 18 ist er heute und schon seit drei Jahren im Roten Kreuz aktiv. Damit war es für ihn klar, dass er auch als Schulsanitäter für seine Mitschüler aktiv wird.
Er macht das mit Begeisterung, aber beruflich schlägt er einen anderen Weg ein. Nicht erst seit seinem Praktikum war ihm klar, dass er KfZ-Mechatroniker werden möchte - eigentlich auch ein sehr begehrter Beruf, doch ihm genügten zehn Bewerbungen. "Drei vier Einladungen hatte ich zum Vorstellungsgespräch" - und beim Praktikums-Betrieb in Sand hat er schließlich unterschrieben.