Das kleine bunte Heft sticht einem sofort ins Auge. Vorne auf dem Cover ist Johann Kaspar Zeuß abgebildet, der Namensträger des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums. Die rund 30 Schüler des P-Seminars "Hausaufgabenheft" präsentieren stolz ihr eigens kreiertes schulinternes Exemplar. "Wir haben das praktisch für uns selbst gemacht", sagte eine Schülerin. Denn für jedermann ist es eben nicht.
Darin enthalten sind Infos wie der Raumplan der Schule oder Lehrerkürzel, die auf dem Vertretungsplan abgebildet sind und oftmals für Verwirrung sorgen. Auch wird erklärt, wie man bei einer Unterrichtsbefreiung oder Krankmeldung vorgehen muss, was besonders für die neueren Schüler wichtig ist. Schulveranstaltungen wie der Weihnachtsbasar oder das Schulfest am Ende des Schuljahres sind ebenso enthalten wie Vorschläge zur Gestaltung von Freistunden. Außerdem gibt es Witze und Lehrersprüche, um den Schulalltag aufzulockern.


Informationen für Eltern

Auch für die Eltern sind viele Informationen wie Ansprechpartner von Bedeutung: "Die Eltern kriegen mehr Informationen, als sie aus jedem anderen Hausaufgabenheft bekommen würden", erklärte stellvertretender Schulleiter Thomas Müller.
Entstanden ist die Idee als Projekt-Seminar "Corporate Identity" der Lehrerin Verena Zeuß. Als die Teilnehmerzahl zu groß war (höchstens 15 Schüler pro Seminar), schloss sich Lehrerin Astrid Arbinger-Sattler an, wodurch letztendlich die doppelte Anzahl der vorgesehenen Schüler teilnehmen konnte. "Jeder soll schließlich die Chance haben mitzumachen, wenn es angeboten wird", betonte Arbinger-Sattler. Orientiert haben sich die Schüler dabei stets an anderen Hausaufgabenheften. Aber worin liegen die Unterschiede? "Hauptsächlich haben wir darauf geachtet, was uns bei den Hausaufgabenheften nicht gefällt - und eben das bei unserem genau anders gemacht", erklärten die Schüler. Als "modern und ansprechend für Jugendliche" beschreiben sie es selbst, da es so bunt gestaltet ist. "Es repräsentiert unsere moderne Schule."
Gearbeitet haben die Schüler in jeweils vier Arbeitskreisen - Sponsoring, Inhalt, Design und Marketing. Während ihrer Arbeitsphase, die seit Anfang dieses Schuljahres lief, sammelten sie Ideen und stimmten demokratisch ab, was gestrichen und was hinzugefügt werden sollte. "Die Schüler selbst haben viel mehr gearbeitet als wir Lehrer. Wir haben lediglich nur die Rahmenbedingungen gestellt", zeigte sich Arbinger-Sattler stolz.
Auf vielen Seiten im Heft verteilt findet man immer wieder das Logo der Schule - in vielen verschiedenen Varianten. Die Schüler haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und die Bilder jeweils eigens entworfen. Doch auch die Schüler sollen hier mitwirken. Bei einem Malwettbewerb können sie ihr malerisches Talent unter Beweis stellen. Der Sieger präsentiert dann seine Version des Logos auf dem Cover des nächsten Hausaufgabenheftes.
Um ihr Exemplar zu vermarkten, warben die Elftklässler im Schulhaus mit Plakaten und stellten es in Klassen vor. "Es kam richtig gut bei den Schülern an", freuten sie sich. Unterstützt wurden sie durch den SPC Verlag in Berlin, der ihnen "mit Rat und Tat zur Seite stand", so Verena Zeuß.
Das Projekt-Seminar selbst dient dazu, seine eigenen Stärken und Interessen zu entdecken und einzusetzen, um später den richtigen Beruf zu finden. "Wir haben die Schüler möglichst unternehmerisch arbeiten lassen", erklärte Arbinger-Sattler. "Es ist wichtig zu zeigen, wie es später im Berufsleben aussehen kann", fügte sie hinzu.
Das KZG-Hausaufgabenheft wird ab Freitag während des Unterrichts in den Klassenzimmern zum Verkauf angeboten. Der Preis beträgt 3,60 Euro und sei damit günstiger als andere Hausaugabenhefte. Für die Fünftklässler kostet es nichts - viele darin enthaltene Informationen sind besonders für sie wichtig. Bereits 300 Bestellungen wurden aufgegeben. "Wir hoffen natürlich, dass so viele wie möglich das Hausaufgabenheft kaufen möchten", zeigten sich die beiden Lehrerinnen zuversichtlich.