Beleidigungen unter Schülern oder durch Lehrer, Mobbing-Nachrichten auf dem Handy, Essen auf dem Boden der Mensa, massiv verschmutzte Schultoiletten - das alles wollten die Schülersprecher am Schulzentrum in Haßfurt nicht länger hinnehmen. Deshalb riefen die Mitglieder der Schülermitverwaltung (SMV) an der Albrecht-Dürer-Mittelschule, Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule und am Regiomontanus-Gymnasium zu der gemeinsamen "Wahl für Respekt" an ihren Schulen auf.

Alle drei Schülermitverwaltungen zogen gemeinsam an einem Strang. "Die Beteiligung war enorm", sagte Moritz Kneuer, Schülersprecher aus der Klasse 10c an der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule. "Die Mühe war nicht umsonst", freute sich der 15-Jährige. An seiner Schule wurde die Wahl sogar ohne Hilfe der Vertrauenslehrer von den Schülern selbst vorbereitet. Ansonsten unterstützten das Vorhaben die SMV-Verbindungslehrkräfte und "living room" (offene Ganztagsschule). Letztere organisierte vor einigen Tagen das Projekt "Drei Tage Respekt" am Schulzentrum in Haßfurt.

Gemeinsam drehten die Schüler der drei Schulen einen Wahlwerbespot, der in allen Klassen gezeigt wurde und der die Missstände an der Schule klar benennt und deutlich macht. In allen Jahrgangsstufen wurden Wahlzettel verteilt, auf dem sich die Mitschüler zwischen zwei Optionen entscheiden konnten: "Respekt oder ein kleiner brauner Haufen". Letzterer stand symbolisch für das negative und respektlose Verhalten, das im Schulalltag zu beobachten ist. Mit dem Motto "Mach keinen Scheiß!" wurden alle Schüler aufgerufen, sich jeden Tag immer wieder neu für Respekt zu entscheiden.

Wer seine Wahl auch noch ausreichend begründen konnte, nahm an einer Verlosung mit attraktiven Preisen teil. Die Gewinner erhielten ihre Preise, gesponsert von der örtlichen Geschäftswelt sowie den Elternbeiräten der drei Schulen. cr