Am Herder-Gymnasium Forchheim fand nach 2013 und 2017 zum dritten Mal die Juniorwahl statt. Im Vorfeld setzten sich die Schüler der 10. Klassen im Sozialkundeunterricht mit dem Thema Wahlen und bayerisches Wahlsystem auseinander. Wie bei der echten Landtagswahl suchten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12 mit Wahlbenachrichtigungen und Ausweis versehen das Wahllokal auf.

Wahlhelfer sorgten für den reibungslosen Ablauf der Wahl: Sie hatten Wahlverzeichnisse angelegt, gaben Stimmzettel aus und beaufsichtigten die Stimmabgabe an der Urne. Nach Schließung des Wahllokals zählten sie unter Anleitung von Geschichts- und Sozialkundelehrerinnen aus. Die Wahlbeteiligung und das Wahlergebnis unterscheiden sich erheblich von dem der richtigen Landtagswahl: Von den 266 wahlberechtigten Schülern gaben 92,9 Prozent ihre Stimme ab.

Mit überwältigender Mehrheit gewannen dort die Grünen. Sie erhielten 29,7 Prozent der Stimmen. Die CSU bekam 18,3 Prozent, die SPD 14,5 und die Freien Wähler 13,2 Prozent. Auch die FDP (6,9) und die Linken (5,5) hätten es in das Parlament des HGF geschafft. Bei den Erststimmen hätte Emmerich Huber das Mandat erhalten.

An der Staatlichen Realschule in Ebermannstadt wären die Freien Wähler stärkste Kraft geworden. Thorsten Glauber (FW) hatte dort 27,3 Prozent der Erststimmen erhalten, gefolgt von Michael Hofmann (CSU, 21,8) und Emmerich Huber (Grüne, 18,2). Auch bei den Zweitstimmen gewannen an der Ebermannstadter Realschule die Freien Wähler. Besonders stark: Die Wahlbeteiligung lag bei 92,4 Prozent. "Interesse an Wahlen und Politik im Allgemeinen zu wecken und zu fördern erscheint mir derzeit besonders wichtig", so Sozialkundelehrerin Kerstin Eichhorn über den Hintergrund der Wahl. Diesen Durchlauf mitzuerleben, hat nach Angaben der Jugendlichen das Interesse an den realistischen Wahlen gestärkt. Übereinstimmend betonten die Jugendlichen auch, dass sie sich auf jeden Fall mit den Ergebnissen der richtigen Landtagswahl genauer beschäftigen würden. red