Forchheim — Kürzlich besuchten 20 Schüler und zwei Lehrer im Rahmen des Projekttages des Herder-Gymnasiums Forchheim zum Flugplatz Hetzleser Berg. Die Gruppe sollte dort Einblicke in den Luftsport und die Luftfahrt im Allgemein gewinnen.
Durch das Programm wurden sie von zwei Fluglehrern und einer Reihe von ehrenamtlichen Helfern des Flugplatzes geführt. Robert Wolfrum, Fluglehrer und einer der beiden Ausbildungsleiter des Vereins, begann mit einem Vortrag über die Entwicklung und Technik des Segelfliegens. Nach einer kurzen Einweisung in das Verhalten und die Sicherheit am Flugplatz wurden die Schüler in vier Gruppen aufgeteilt, die abwechselnd die einzelnen Stationen besuchten.
Eine der Station wurde von Max Breuer, einem der Streckenflugpiloten des Vereins, betreut - hier ging es unter anderem um den Rettungsschirm, die Unterschiede zwischen alten und neuen Segelflugzeugen, die Instrumente, aber auch den Streckensegelflug selbst. Segelflugzeuge gleiten konstant Höhe ab, um diese in Strecke umsetzen zu können. Während ältere Holzflugzeuge auf einen Kilometer Höhe bis zu 30 Kilometer weit gleiten, schaffen moderne Segelflugzeuge aus Kunststoff bis zu 70 Kilometer. So lassen sich an einem Tag mit passendem Wetter auch in Deutschland über 1000 Kilometer zurücklegen. "Ich hätte nicht gedacht, dass Segelflugzeuge an einem Tag so weit fliegen können - und das ohne Motor", so einer der Schüler erstaunt.

Ein Wettbewerb

Praktische Fähigkeiten waren beim Bau von kleinen Holzgleitern aus Balsa-Holz gefragt - so ließen sich die Grundprinzipien der Aerodynamik selbst ausprobieren. Am Ende des Tages traten Schüler und Lehrer schließlich zu einem Wettbewerb an, bei dem das weitfliegendste Modell gesucht wurde - der Gewinner durfte sich über einen Segelkunstflug aus 1000 Meter Höhe freuen.

Erster Segelflug

Natürlich ging es für alle Schülerinnen und Schüler auch in die Luft - die Stimmung vor dem ersten Segelflug-Start war denkbar unterschiedlich: Einige waren vor ihrem ersten Flug angespannt und nervös, andere konnten es kaum erwarten. Zusammen mit einem Fluglehrer ging es per Windenstart in die Luft, wobei die Beschleunigung vergleichbar ist mit dem eines Formel-1-Autos.
Innerhalb von zwölf Sekunden wird das Flugzeug auf eine Höhe von etwa 350 Meter gezogen, von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde geht es in knapp zwei Sekunden. Aufgrund des starken Winds bot sich ein wundervoller und klarer Ausblick über Nürnberg, Erlangen, Forchheim, sowie über die Fränkische Schweiz, das Walberla und natürlich auch über den Hetzleser Berg und das Fluggelände. Düstere Mienen nach dem Flug gab es nicht: Überwältigt und begeistert vom Segelfliegen traten die Schüler schließlich ihren Heimweg an.
Entstanden ist die Idee durch Simon Sendler, selbst Schüler am Herder-Gymnasium und Flugschüler am Hetzleser Berg kurz vor der praktischen Prüfung. "Viele konnten sich unter dem Segelfliegen nicht viel vorstellen", so Sendler. Das hat sich mit dem Projekttag sicherlich geändert.
Segelfliegen kann ab dem 14. Lebensjahr ausgeübt werden. Die Kosten bis zur international anerkannten Pilotenlizenz für Segelflugzeuge sind vergleichbar mit denen eines Führerscheins und so auch für Schüler und Studenten bezahlbar. Bis zur Lizenz sind dabei rund 50 bis 100 Flugstunden und 150 bis 200 Starts notwendig. Die Schulung finddet am Hetzleser Berg im Rahmen des Vereinsbetriebs rein ehrenamtlich statt. Ehrenamtlich werden wird auch der Flugbetrieb und die Wartungsarbeiten erledigt.