Flüssig und betont liest Enrico Aigner vor einem kleinen Publikum Zeile für Zeile aus dem englischen Drama "Billy Elliot". Nur selten bleibt er an einer schwierigen Vokabel hängen - schnell und sicher korrigiert er seine Fehler.
Gestern fand an der Hans-Edelmann-Mittelschule der 9. Vorlesewettbewerb in englischer Sprache der 8. Klassen statt. Dabei traten die besten Leser der Kulmbacher Mittelschulen gegeneinander an. Die "Reading Competition" gliederte sich in zwei Teile: In der ersten Leserunde lasen die Schüler eine Textpassage ihrer Wahl vor, in einem zweiten Durchgang mussten sie dann einen unbekannten Text präsentieren. "Eigentlich haben wir zwei Sieger", erklärte Thea Xynos, Organisatorin und Fachberaterin für Englisch, nachdem sie sich ausgiebig mit der Jury beratschlagt hatte. Diese bestand neben Thea Xynos außerdem aus Christine Baumann von der Hans-Edelmann-Schule und Anna-Lena Kölbel von der Mittelschule Mainleus.
Bewertet wurden die Vorträge der Schüler vor allem auf Verständlichkeit, Flüssigkeit, Sicherheit, Aussprache und Intonation. Auch Enricos drei Mitstreiter Vanessa Sgrafetto, Michelle Paschek und Florian Wendel bewiesen Lesekompetenz - am Ende musste aber doch ein Sieger gekürt werden. Über den ersten Platz, eine Urkunde sowie ein hochwertiges Wörterbuch konnte sich Enrico Aigner freuen. Mit seinem Gewinn qualifizierte sich der Achtklässler für den Oberfranken-Wettbewerb am 4. Mai in Bayreuth, wo er für den Landkreis Kulmbach antreten wird.
Der Schulunterricht im Fach Englisch sei laut Enrico ziemlich interessant, im Vorjahr prangte die Note "2" im Zeugnis. Sein Sprachgeschick habe der Achtklässler nach eigener Einschätzung jedoch eher von amerikanischen Fernsehserien wie "The Big Bang Theory", die er sich meistens in der Originalsprache ansieht. Alleine vom Fernsehen kommt aber nichts, das weiß auch er. Schon vor einer Woche habe er sich auf seinen Text vorbereitet.