An der Altenkunstadter Mittelschule werden Jugendlichen nicht nur Kenntnisse in Deutsch, Englisch oder Mathematik vermittelt. Auch praxisbezogene Aktivitäten zur Vorbereitung auf das Berufsleben bilden einen Schwerpunkt im Lehrplan. Die Schule wird dabei von zehn heimischen Betrieben und sozialen Einrichtungen, darunter Regens Wagner Burgkunstadt, das Heilpädagogische Zentrum Lichtenfels und das Friedrich-Baur-Seniorenzentrum St. Kunigund in Altenkunstadt, unterstützt.
Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen der Mittelschule und Johnson Matthey Catalysts (Germany) in Redwitz wurde die Zusammenarbeit jetzt um einen neuen Partner erweitert. "Wir möchten, dass junge Leute mit dem nötigen Wissen und allen erforderlichen Kompetenzen ausgerüstet unsere Schule verlassen, um dann in Betrieben ihren Mann stehen zu können", erklärte Konrektor Bernd Schick beim Jahrestreffen der Kooperationspartner im Schulbistro. Er dankte den Unternehmen, die den Schülern nicht nur Praktika ermöglichten, sondern ihnen auch einen Ausbildungsplatz anböten: "Ihrer Unterstützung ist es zu verdanken, dass unsere Jugendlichen am Ende ihrer Schulzeit mit praktischen Erfahrungen auf den verschiedensten Gebieten in das Berufsleben entlassen werden können."
Beim Meinungsaustausch wurden die Eltern-Schüler-Workshops zur Berufsorientierung für die Vorabschlussklassen angesprochen. "Leider nutzen viele Mütter und Väter dieses Angebot nicht. Die Eltern, die kommen, finden es allerdings super", sagte Schick. Die Anregung, die Workshops nur alle zwei Jahre anzubieten und mehrere Jahrgangsstufen einzubeziehen, fand bei den Kooperationspartnern keine Zustimmung: "Lassen wir es doch so, wie es ist. Wir würden sonst nur die Eltern abstrafen, die Interesse zeigen." Als Termin für den nächsten Informationstag wurde der 22. Februar 2017 festgelegt.


Effektive Zusammenarbeit

Jeder Schüler wählt im Vorfeld aus einem vielfältigen Angebot zwei Workshops aus, die ihm am meisten zusagen. Am Tag zuvor um 19 Uhr sind die Eltern zu den von ihren Kindern gewählten Workshops eingeladen. Ein Informationsabend zum Thema "Was kommt nach dem Schulabschluss?" mit Referenten der Mittelschule, der Arbeitsagentur Coburg, der Berufsschule, der Fachoberschule und Berufsoberschule sowie eines heimischen Betriebs ist für den 19. Januar geplant. Um die Zusammenarbeit noch effektiver zu gestalten, möchten Kooperationspartner sich mit speziellen Themen in den Unterricht einbringen. So könne das Fertigteilwerk Obermain (FTO) den Werkunterricht mit Materialkunde bereichern und Johnson Matthey im PCB-Unterricht (Physik, Chemie, Biologie) über die Funktionsweise eines Katalysators informieren. Bernd Schick fand den Vorschlag prima: "Wir sind für neue Ideen stets offen."
Höhepunkt des Jahrestreffens war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags zwischen der Mittelschule und Johnson Matthey. Der Konzern mit Sitz in London und einem Standort in Redwitz war durch Teamleiterin HR (Human Resources) Nicole Klimmt und Personalreferentin Barbara Wagner vertreten.


Ein realistisches Bild vermitteln

Schick, der die Kooperationsvereinbarungen ausgearbeitet hat, informierte über Inhalte und Ziele der Zusammenarbeit: "Wir möchten, dass die Schüler die Arbeits- und Wirtschaftswelt kennenlernen." Die Begegnung mit der Praxis ermögliche ihnen, ein realistisches Bild von den Arbeitsplatzbedingungen und Qualitätsanforderungen zu entwickeln.
Nicht minder wichtig sind dem Konrektor zufolge die Berufswahlorientierung sowie das Bewusstmachen von wirtschaftlichen und ökonomischen Prozessen, um politische und gesellschaftliche Abläufe verstehen zu lernen: "Auf diese Weise können wir einer drohenden Perspektivlosigkeit nach dem Schulabgang entgegenwirken."
Man wolle die Schüler bei ihrem Übergang von der Schule in die Berufs- und Arbeitswelt unterstützen und bei der Vermittlung von Lehrstellen helfen.
"Mit von Schule und Unternehmen gemeinsam entwickelten Kommunikations- und Kooperationsformen tragen wir dazu bei, das Interesse der Jugendlichen an der Wirtschafts-, Arbeits- und Berufswelt zu wecken, auszubauen und letztlich zu befriedigen", erklärte Schick.
Er dankte Hauswirtschaftslehrerin Waltraud Fischer und den Catering-Girls, die beim Jahrestreffen mit kulinarischen Köstlichkeiten für das leibliche Wohl sorgten. Bernd Kleinert