Zeil — Wenn zwei Highlander nach Zeil kommen, drängt sich schon die Frage auf: Werden sie sich mit Schwertern bekämpfen? Sam Green und Robert Soutar hatten nur die besten Absichten, als sie zum elften Zeiler Waldmarathon in das fränkische Weinstädtchen reisten. Es war allein der sportliche Ehrgeiz, der sie zum Kampf anspornte, und umso glücklicher waren die beiden Schotten, dass sie den Weg nach Zeil trotz einiger Steine, die ihnen der Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn in den Weg legte, fanden.
Ihre Mission bestritten sie dann auch sehr erfolgreich, sie nahmen den Kampf gegen die deutschen Marathon-Mannen auf und schlugen sich wacker: Sam Green kam auf Platz 44 und sein Kollege Robert Soutar sogar auf Platz drei.
Als Schotten erkennbar waren die beiden kleidertechnisch gesehen auf der Strecke allerdings nicht: Nach dem Motto "zu kalt für den Kilt" passten sie sich auch optisch ihren Mitläufern an und verzichteten auf einen Start in der schottischen Landestracht.

Ein Versprechen

Letztendlich sahen diejenigen, die sich zur Siegerehrung einfanden, aber dann doch nackte Waden. Hauptorganisator Hubert Karl warf sich in einen klassischen Kilt und schaffte es sogar noch, einen Dudelsackspieler auftreiben, der die beiden Schotten musikalisch in ihre Heimat versetzte.
Nachdem Sam Green für seine mittlerweile vierte Teilnahme am Zeiler Waldmarathon geehrt wurde, entlockte Hubert Karl dem Schotten schließlich doch noch ein Versprechen: "Nächstes Jahr laufe ich im Kilt". Und dann wird sich im November 2015 die nächste Frage aufdrängen: Was trägt der Schotte drunter? gl