An der Landkreisgrenze zu Lichenfels liegt die kleine Juraortschaft Bojendorf. Es zählt 150 Einwohner und gehört zur ebenfalls kleinen Gemeinde Wattendorf. Doch manches Mal hat das kleine etwas ganz Großes zu bieten. Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Lichter. Ob Kerzenschein, Weihnachtsbäume oder beleuchtete Ortschaften, diese Lichter, verbreiten besonders in den Abendstunden ein ganz besonderes Flair.

Wenn man jedoch das Anwesen und Gebäude von Markus Zeis in Bojendorf in der Advents- und Weihnachtszeit als Lichterhaus bezeichnet, wird dies dem sehenden Auge nicht ganz gerecht. Lichterpark wäre da schon der richtigere Begriff. Wer von der Straße von Arnstein kommend im Ort den kleinen Hügel hinauf fährt, dem wird erst einmal ungläubiges Staunen wiederfahren. Ein Meer aus 35 800 Lichtern entfacht einen Weihnachtszauber, wie er wohl nur selten sichtbar wird.

Zum Hobby geworden

Markus Zeis ist sicherlich nicht nur ein Fan von Weihnachtsbeleuchtungen, nein für ihn ist es ein Hobby geworden, für das er das ganze Jahr lebt. "In diesem Jahr hat das alles sein 20. Jubiläum", erzählt Markus Zeis mit leuchtenden Augen. "Von Weihnachtsbeleuchtungen war ich schon immer fasziniert", schiebt er gleich nach. "Angefangen hat alles mit 2000 Lichtern, es ist für mich manches Mal selbst unglaublich, was daraus geworden ist." Ein großer Schritt war dabei sicherlich 2019, als sich die Lichterzahl um 11 000 erhöht hat.

Thematisch geordnet

Jede Ecke im Haus- und Gartenbereich selbst erzählt immer wieder ein anderes Thema. So bezeichnet er den Pferdeschlitten mit Ross, der 6000 Lichter hat, als "momentan echten Highlight" seines Lichtermeeres, ebenso der lebensgroße Panther, für dem 1200 Lichtlein benötigt wurden, und der Kirschblütenbaum mit 1800. Etwas besonders stellt auch die schneiende Standlaterne dar.

Die Grundform für den jährlichen Aufbau bleibt fast gleich, etwa ein Viertel bis ein Drittel der "Ausstellungsfläche" sind am Ende Neu oder verändert. So entstand dennoch über die vielen Jahre immer wieder eine etwas andere Gestaltung.

Mit dem Aufbau hat Markus Zeis schon im August begonnen. Bis zwei Tage vor dem Einschalten hat er seitdem daran gewerkelt, und selbst zwei Wochen Urlaub waren nötig, erzählt der bei der Post beschäftigte Lichterfreund.

Groß ist bei ihm die Freude natürlich, wenn immer Autos anhalten und sich sein Lichteranwesen anschauen. Und davon gibt es viele. Dabei gibt es sogar Wiederholungstäter, die immer wieder vorbei kommen. "Was zu Ostern Bieberach bei den Osterbrunnen darstellt, sei zur Advents- und Weihnachtszeit Bojendorf, hat eine Besucherin einmal festgestellt", berichtet Markus Zeis verschmitzt. Dass er sein Hobby mit viel Herzblut versieht, kann man daran erkennen, dass die diesjährige Weihnachtszeit noch nicht vorbei ist und er schon wieder an 2021 denkt. So gibt es eine Weihnachtshäuser-App, an welcher knapp 80 Gleichgesinnte beteiligt sind. Austausch über Neuerungen und anderen Ideen gibt es genauso wie gegenseitiges Berichten durch Wort und Bild. Etwa 30 000 bis 35 000 Euro habe das Hobby bisher gekostet, doch wenn mal einem die Ästhetik und der damit verbundene Virus der Weihnachtsbeleuchtungen gepackt haben, komme man nicht mehr davon los. Zu besichtigen ist der opulente Lichterglanz täglich von 17 Uhr bis 22 Uhr.

Apropos Virus - Markus Zeis bittet alle, die sich sein Anwesen anschauen, den Sicherheitsabstand zu anderen Besuchern einzuhalten.