Im mit Spannung erwarteten Unterfrankenderby zwischen dem FC Sand und dem Würzburger FV setzten sich die Hausherren knapp mit 1:0 durch. Damit holten sich die Sander drei Punkte, die für den Klassenerhalt in der Fußball-Bayernliga Nord noch sehr wichtig werden könnten. Durch die Niederlage des Schlusslichts WFV vergrößerte sich der Abstand zwischen den beiden Teams auf acht Zähler.
Den besseren Start auf dem Kunstrasenplatz erwischten die Hausherren, die, lautstark von Trainer Bernd Eigner dirigiert, von Beginn an aggressiv nach vorne spielten. Bereits in der 6. Spielminute hatte Dinis Ribeiro nach einer guten Flanke von Sven Wieczorek eine Chance, doch sein Kopfball touchierte die Querlatte. Drei Minuten später verfehlte Ribeiro mit einem Flachschuss aus vollem Lauf das Gästetor nur knapp. Als kurz darauf der Sander Florian Gundelsheimer im eigenen Strafraum den Ball ins Gesicht bekam, forderte der Würzburger Anhang vergebens Strafstoß. Der insgesamt sehr gute Schiedsrichter Simon Marx, der in diesem brisanten Duell mit nur fünf gelben Karten auskam, erkannte, wie auch in anderen Fällen, die Situation richtig.
Bis etwa zur 25. Minute hatten die Gastgeber in diesem kampfbetonten Fußball-Krimi weitere Vorteile. Dann aber fand sich auch der WFV besser zurecht. Die spielerische Linie wurde von beiden Seiten jedoch zum Teil vernachlässigt.
Eine erste nennenswerte Chance hatte der WFV in der 29. Minute nach einem Alleingang von Simon Heim, der erst kurz vor der Strafraumgrenze von Gundelsheimer gebremst wurde. Überhaupt machte die Heimabwehr mit Christian Gonnert und Danny Schlereth auf den Außenpositionen und Daniel Krüger und Florian Gundelsheimer in der Innenverteidigung einen guten Eindruck. Gundelsheimer hatte den brasilianischen WFV-Torjäger Ricardo Borba, der mehr durch andauerndes Meckern als durch Leistung auffiel, voll im Griff. Durch einen Flugkopfball von Christian Steinmetz hatte der WFV in der 33. Minute jedoch nochmals eine aussichtsreiche Aktion.


Der Gast wird stärker

Der zweite Spielabschnitt sah zunächst die Gäste als die bessere Mannschaft. Nach dieser etwas schwächeren Phase störte das Sander Mittelfeld mit Dominik Rippstein und Andre Schmitt die Gäste jedoch wieder mehr beim Spielaufbau, so dass die Eigner-Truppe zurück zu ihrem Spiel fand. Kampf war Trumpf, und in manchen Situationen gingen die Akteure auf dem Platz auch nicht zimperlich miteinander um.
Nach diversen Möglichkeiten hüben wie drüben hatten die Sander Mannschaft und ihr Anhang in der 73. Minute Grund zum Jubeln. Markus Schnitzer zog aus gut 25 Metern ab, und sein Sonntagsschuss passte haargenau und unhaltbar in den Torwinkel. Sand führte insgesamt nicht unverdient mit 1:0. Markus Schnitzer, der mit diesem Treffer die Sander Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter stärkte, sagte nach dem Spiel zu seinem Glücksschuss: "Man muss es halt versuchen. Ich wollte schon treffen, dass es mir so gut gelungen ist, macht mich glücklich".
Mit diesem Treffer gab sich der zuletzt so erfolgreiche WFV aber noch nicht geschlagen. Borba hatte zweimal die Möglichkeiten zum Ausgleich, auch Drösler hatte eine Chance. Beide scheiterten jedoch am aufmerksamen FC-Torhüter Dominik Biemer. Ihre Kollegen hatten ihr Visier des Öfteren zu hoch eingestellt, so dass sie mit ihren Schüssen keinen Schaden anrichteten. Auf der Gegenseite spielten in der 86. Minute Lukas Wirth und Sven Wieczorek einen Konter nicht konsequent zu Ende und versäumten es so, den Sack endgültig zuzumachen.
Mit ihrem Kampfgeist und mit etwas Glück und viel Herzblut brachte die bis zum Umfallen kämpfende Mannschaft des FC Sand das 1:0 jedoch über die Zeit. Trainer Bernd Eigner sagte: "Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben uns einige Möglichkeiten herausgespielt, uns aber nicht belohnt. Nach der Pause haben wir genau so weiter gemacht, auch wenn es Phasen gab, in denen es bei uns nicht ganz so gut lief. Durch eine Umstellung wurde Markus Schnitzer mehr in die Spitze beordert, der dann auch mit einem herrlichen Sonntagsschuss die Partie zu unseren Gunsten entschied. Es ist ein sehr wichtiger Sieg für uns. Ich gratuliere meiner Mannschaft, die ihn sich erarbeitet und letzten Endes wohl auch verdient hat."
FC Sand: Biemer - Gonnert, Gundelsheimer, Krüger, D. Schlereth, Schnitzer, A. Schmitt, Rippstein (80. Leim), Stahl (62. F. Pickel), Ribeiro (71. Wirth), Wieczorek / Würzburger FV: Koob - Schmidt, Hänschke, Drösler, Schömig, Heim (69. Hofmann), Steinmetz, Lorenz, Tahir, Istrefi, Borba / SR: Marx (Großwelzheim) / Zuschauer: 250 / Tor: 1:0 Schnitzer (73.) / Gelbe Karten: Gundelsheimer, Stahl / Steinmetz, Borba, Schömig