Christiane Reuther

"Die Arbeit hat uns all die Jahre getragen", so umschreiben die Zeiler Eheleute Maria und Rudolf Schneider das Rezept für ein langes Eheglück. Am Mittwoch feierten beide im Kreise der Familie das Fest der diamantenen Hochzeit. Zufrieden und mit großer Freude blickte das Jubelpaar auf den Verlauf ihres Lebensweges, den sie seit 60 Jahren gemeinsam bestreiten und der im Kino in Zeil seinen Anfang genommen hatte.


Gobelin als Hobby

Maria Schneider, eine geborene Schnaus, ist in Steinbach geboren und hat nach dem Besuch der Volksschule zunächst saisonal in einer Gärtnerei gearbeitet. Es folgten zwei Jahre in der Waldi-Schuhfabrik in Haßfurt, acht Jahre bei Telefunken in Zeil, zehn Jahr als Saisonkraft in einem Gartenbetrieb und sieben Jahre in der Blusenfabrik ebenfalls in Zeil. Zahlreiche Gobelin-Stickereien, angefertigt von der 78-jährigen Jubilarin in ihrer Freizeit, schmücken das Wohnhaus der Schneiders.
Rudolf Schneider wurde in Bischofsheim geboren und hatte nach dem Besuch der Volksschule in Dörflis eine Schreinerlehre in Zeil begonnen und dort als Geselle gearbeitet. Danach folgte der Wechsel in eine große Schreinerei nach Schweinfurt, wo vor allem Innenausbauarbeiten zu seinem Aufgabengebiet gehörten.
Im November 1968 ist die Familie Schneider, mittlerweile war Tochter Herta geboren, nach Zeil umgezogen und Rudolf Schneider fand bei der Firma "allmilmö"-Küchenfabrik in Zeil eine neue Arbeitsstelle. Dort arbeitete er zunächst zehn Jahre als Abteilungsleiter in der Einzelanfertigung und anschließend über 14 Jahre in der Abteilung Konstruktion und Technik.
Vom Zeichnen über Planen und Kalkulieren war der heute 81-Jährige in seinem aktiven Berufsleben mit sämtlichen Arbeiten vertraut. Arbeitskollegen wandten sich gerne bei Fragen zu Angeboten, zur Fertigung oder zur Endabnahme an den geschätzten Fachmann.
Besonders stolz zeigt sich Rudolf Schneider über einen beruflichen Aufenthalt, der ihn im Jahr 1978 für drei Wochen zur Einrichtung einer Niederlassungs-Werkstatt nach New Jersey in Amerika geführt hatte.
Wie sollte es als passionierter "Holzwurm" auch anders sein, als sich in der Freizeit mit Holzarbeiten zu beschäftigen. "Wenn der Tag rum ist, muss man etwas aufweisen können", war stets das Motto des handwerklich überaus geschickten Jubilars. So entstanden in der eigenen Schreinerwerkstatt geschnitzte Holzfiguren und Massivholzarbeiten, die die Wohnung schmücken. Aber auch Drechslerarbeiten entstanden, die Rudolf Schneider auf Weihnachtsmärkten zum Kauf anbot. Die Leidenschaft für das Malen hatte der "Allrounder" ebenfalls für sich entdeckt.
Dem Jubelpaar gratulierten viele Gäste. Neben der Familie der Tochter, darunter zwei Enkel, dem Verwandten- und Freundeskreis sowie der Nachbarschaft überbrachten stellvertretender Landrat Oskar Ebert (FW), Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) und der Pfarrer Hans-Christian Neiber die besten Glückwünsche.