1. Dezember - erster Schnee - großes Chaos. Pünktlich zum meteorologischen Winteranfang hat es geschneit und auf den schneeglatten Straßen im Landkreis Bamberg kam es zu zahlreichen Unfällen. Der schwerste davon ereignete sich auf der Autobahn bei Hirschaid, wo zwei Lastwagen miteinander kollidierten. Auch auf der Bundesstraße bei Debring waren zwei Lkw in einen Unfall verwickelt, als ein Autofahrer nicht mehr bremsen konnte und zwischen die beiden Fahrzeuge rutschte. Sowohl auf der A 73 in Richtung Nürnberg als auch der B 22 waren zeitweise Vollsperrungen nötig. In der Folge kam es im morgendlichen Berufsverkehr zu kilometerlangen Staus und Chaos auf den Umleitungs- und Ausweichstrecken.

Auf der A 73 in Richtung Nürnberg hatte am Dienstag in den frühen Morgenstunden gegen 3 Uhr der 39 Jahre alte Fahrer eines Lastzugs mit Anhänger versucht, auf schneebedeckter Fahrbahn einen vorausfahrenden Sattelzug zu überholen, der von einem 78-Jährigen gesteuert wurde. Auf Höhe der Anschlussstelle Hirschaid kam es zu einem seitlichen Anstoß der Zugmaschine gegen den Sattelauflieger, wie die Verkehrspolizei Bamberg berichtet. Der Sattelzug knickte daraufhin ein und prallte mit der rechten Seite des Führerhauses gegen den mittleren Brückenpfeiler der Anschlussstelle, bevor er eingeknickt auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen kam. Der Gliederzug knickte ebenfalls ein und kam auf Höhe des Brückenpfeilers am linken Fahrstreifen zum Halten.

Beide Fahrer verletzt

Bei dem Unfall wurden die beiden Fahrer verletzt und es entstand ein Sachschaden von mindestens 110 000 Euro. So wurde etwa die Mittelschutzplanke im Bereich des Brückenpfeilers auf etwa 30 Meter Länge komplett niedergewalzt.

Der Fahrer des Sattelzugs musste durch die Feuerwehr aus seinem Führerhaus befreit werden. Beide Fahrer wurden leicht verletzt ins Klinikum Bamberg gebracht. Die Fahrbahn in Richtung Süden musste zeitweise völlig gesperrt werden. Der Verkehr wurde an der Anschlussstelle Hirschaid ausgeleitet. Die Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr dauerten wegen der Bergung der Fahrzeuge und der Reinigungs- und Aufräumarbeiten bis gegen 8 Uhr an.

Kurz nach dem Unfall versuchte zudem ein 68-Jähriger mit seinem Sattelzug über den Einfädelstreifen der Anschlussstelle an der Unfallstelle vorbei zu fahren. Dabei rutschte er ins Bankett, fuhr sich fest und beschädigte fünf Leitplankenfelder. Er konnte durch die Feuerwehr herausgezogen werden. Der Sachschaden beträgt hier rund 2000 Euro.

Steckengeblieben am Berg

Massive Verkehrsbehinderungen gab es in den frühen Morgenstunden am Debringer Berg. Wegen eines Unfalls, bei dem ein Pkw und zwei Lkw beteiligt waren, kam es in der Folge zu kilometerlangen Staus, da die Bundesstraße über eine Dauer von fast vier Stunden nur einspurig befahrbar war. Dabei blieben weitere Lastwagen in der Steigung hängen und mussten auf die Räumfahrzeuge warten.

Kurz vor 6 Uhr war ein Auto das auf der B 22 von Birkach kommend bergab fuhr, zwischen zwei Laster gekracht. Ein Laster hatte bereits aufgrund der Glätte auf der Fahrbahn gestanden, der Lkw des anderen Fahrers versuchte den Berg hinauf zu kommen. Der Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Verletzt wurde bei dem Unfall nach Polizeiangaben glücklicherweise niemand.

Da bei anhaltendem Schneefall im weiteren Verlauf des Morgens noch mehrere andere Lastwagen Probleme mit der Schneeglätte hatten und stecken blieben, kam das einer Vollsperrung der stark frequentierten Bundesstraße gleich. Aus Burgebrach kommend reichte der Rückstau Berichten zufolge zeitweise fast bis Oberharnsbach.

Elf weitere Rutschpartien

Alexander Krapp, Pressesprecher der Polizeiinspektion Bamberg Land, hat für den FT sämtliche Berichte seiner Dienststelle durchforstet. Demnach gab es witterungsbedingt bis Dienstag, 12 Uhr, elf weitere Autounfälle im Landkreis Bamberg, die der Polizei bekannt wurde.

Der überwiegende Teil der Verkehrsunfälle verlief glimpflich und mit geringem Sachschaden. Die meisten Verkehrsteilnehmer kamen dabei von der Straße ab und rutschten in den Graben beziehungsweise die Leitplanken und in einem Fall gegen eine Mauer. Zwei Personen verletzten sich leicht, der Gesamtsachschaden wird auf knapp 80 000 Euro geschätzt - wovon allein rund 25 000 Euro auf den Unfall bei Debring entfallen.

Leicht verletzt wurden eine Autofahrerin, die bei Ebrach mit ihrem Pkw in den Graben rutschte, sowie ein Autofahrer, dem bei Heiligenstadt das gleiche Missgeschick widerfuhr. Er wurde in ein Klinikum gebracht. Ohne Personenschaden blieb ein Unfall auf der Staatsstraße bei Limbach, bei dem auf schneebedeckter Fahrbahn zwei Autos zusammenstießen.

Bei Baunach rutschte auf der B 279 ein Pkw in die Leitplanke. Im Graben landete ein Auto bei Zapfendorf, an der Abzweigung nach Lauf. Ebenfalls ohne Fremdbeteiligung und Personenschaden endete eine Fahrt bei Oberleiterbach an einer Mauer. Einen weiteren Ausflug in den Straßengraben machte ein Auto am Ortseingang Reichmannsdorf.

Zwischen den Schlüsselfelder Ortsteilen Thüngbach und Obermelsendorf rutschte am Berg ein Lkw mit 10-Tonnen-Auflieger in den Graben. Die Staatsstraße 2262 war von etwa 8 bis 11 Uhr teilgesperrt, der Verkehr nur auf einer Seite frei. Bei Waizendorf fuhr ein Auto gegen ein Verkehrszeichen. Zwischen Appendorf und Sandhof endete eine weitere Autofahrt an der Leitplanke. Ebenso wie auf der Staatsstraße 2276 durchs Aurachtal.