Schmierereien am Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage im Harmoniegarten nimmt die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e.V. zum Anlass für eine Stellungnahme.

"Es sind leider nicht nur die nach rückwärts oder nach rechts Orientierten, die sich befugt fühlen, die Mutigen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus für ihre Interessen zu benutzen. Die aktuelle Schmiererei am Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage kam vermutlich eher vom linken politischen Rand. Doch auch diese Schmiererei offenbart fehlenden Respekt vor der historischen Leistung der Mutigen im Widerstand gegen den NS-Staat, fehlendes kognitives Verständnis für die extremen historischen Bedingungen der damaligen Situation und fehlende Ambiguitätstoleranz", heißt es in der Pressemitteilung der Vorsitzenden der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg - Daniel Manthey, Mechthildis Bocksch und Andreas Ullmann.

Die Überwindung des Antisemitismus bleibe auf allen gesellschaftlichen Ebenen eine facettenreiche Daueraufgabe, die differenzierte Anstrengung, hohe Reflexionsbereitschaft und konsequentes Handeln erfordert, heißt es weiter. Das Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage erinnere an die mutigen Personen, die sich unter extremen historischen Bedingungen mit einer bewussten, persönlichen Entscheidung der nationalsozialistischen Idee von Hass und Ausgrenzung ebenso widersetzten wie der hemmungslosen, nach innen und außen gerichteten Gewaltausübung des damaligen deutschen Staates. Den mehreren Hundert Mutigen vom 20. Juli 1944 sei das vollkommene Fehlen von Rechtsstaatlichkeit und von rechtlich wie ethisch verantwortungsvoller Kriegsführung der lediglich letzte Anstoß zum konkreten Staatsstreich gewesen.

"Die Protagonisten des Mahnmals ermutigen uns, heute darüber nachzudenken, was wir in der Begegnung mit ihnen für ein menschenwürdiges Zusammenleben in unserer freiheitlichen Gesellschaft lernen können. Es unterstützt die ethische Orientierung."

Die Willy-Aron-Gesellschaft fordert eindringlich dazu auf, die Instrumentalisierung historischer Persönlichkeiten und eine Trivialisierung der Geschichte an sich zu unterlassen. red