Johannes Schlereth Regen, Nebel und nasses Laub auf Gehwegen und Straßen. Das birgt Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer. Wo sind gefährliche Punkte im Landkreis Bad Kissingen, und wie sollten sich Fußgänger oder Autofahrer in der dunklen Jahreszeit am besten verhalten?

Stefanie Noe, Pressesprecherin des Helios St.-Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen, sagt: "Natürlich kommt es infolge von nassen Straßen und Laub zu Stürzen und Unfällen." Aber: Die Unfallzahl sei "nicht deutlich höher als in anderen Jahreszeiten". Es gebe im Herbst immer wieder mal einige Tage, an denen es besonders nass und stürmisch ist. "An diesen Tagen häufen sich dann natürlich auch die Stürze und Unfälle", sagt Noe. Dennoch lasse sich keine erhöhte Tendenz bei den Unfällen erkennen. Der Grund: Laut Noe ändere sich lediglich die Unfallursache. Gibt es im Sommer beispielsweise häufiger Knochenbrüche durch Fahrradunfälle, fallen diese im Herbst weg. Stattdessen gebe es dann mehr Unfälle durch Laub auf der Straße.

Unfallursachen verlagern sich

Florian Heuring, Sachbearbeiter für Verkehrsangelegenheiten bei der Polizeiinspektion in Bad Kissingen, bestätigt das. "Wir haben im Herbst keine signifikante Steigerung bei den Unfällen. Es ändern sich insbesondere die Ursachen." Für besonders wichtig hält der Polizist es, zu sehen und gesehen zu werden. "Das gilt insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmer wie Senioren oder aber Kinder." Um hierfür ein Bewusstsein zu schaffen, hat die Polizei zu Beginn der dunklen Jahreszeit regelmäßig verschiedene Informationsveranstaltungen. "Bei den Kindern verteilt die Verkehrswacht beispielsweise zur Einschulung die Sicherheitsdreiecke." Dabei handelt es sich um eine mit Reflektoren versehene Schärpe. "Auch auffällige und grelle Kleidung hilft dabei, nicht übersehen zu werden", weiß der Beamte. Ein Unfallhotspot war bislang die B 287 bei den Nüdlinger Serpentinen. Vor drei Jahren fällte die Straßenmeisterei Hammelburg dort Bäume, um zu verhindern, dass viel Laub auf die Straße fällt. "Außerdem hat es eine neue Deckschicht für die Straße gegeben, das hat die Unfälle dort drastisch reduziert", sagt Heuring. Das Laub sei weniger ein Problem, verglichen mit der unangepassten Geschwindigkeit. Oft kämen jedoch mehrere Ursachen zusammen. "Mancher Autofahrer vertraut zu sehr auf seine Erfahrung und fährt dort zügig, und dann kommt die Nässe", weiß Heuring. Hinzu kämen noch die Reifen. "Manche fahren ihre Sommerreifen noch weit in den Herbst oder die Reifen sind vom Profil her nicht mehr die besten." Somit setze sich eine Spirale in Gang: "Zu schnelles Fahren mit schlechter Bereifung auf der nassen Fahrbahn führt dann zu einem Fahrfehler. Da kommt es dann schnell zu einem Unfall." Aber das muss nicht sein. Heuring appelliert: "Es hilft, den Fuß vom Gas zu nehmen und vorausschauend zu fahren."