"Als bekannt wurde, dass wir mit unseren Produktionen wieder starten, gab es großen Jubel", erzählt Wolfgang Krebs. 19 Monate lang war das Theater zu, letztendlich sei die Zeit dennoch schnell vergangen. "Wir hatten unseren Neustart bereits für Herbst 2020 geplant, alles war fertig geprobt und vorbereitet, und dann kam der zweite Lockdown." Die Rückabwicklung der Reservierungen sei arbeitsaufwendig, jedoch machbar gewesen, allerdings "mit vielen Tränen im Knopfloch."

Umso glücklicher sind Wolfgang Krebs und Dietmar Hofmann, der Vorsitzende des Fördervereins des Schlosstheaters Thurnau, nun die Menschen wieder im Theater begrüßen zu können. "Das Programm ist ähnlich wie im letzten Jahr", sagt Krebs, der in den Produktionen selbst mitwirkt.

Den Auftakt macht die "Achterbahn" von Eric Assous, eine französische Komödie, die vor sieben Jahren schon einmal in Thurnau zu sehen war, allerdings mit einer anderen Schauspielerin (neu: Lisa Oertel). "Ich bin ein großer Fan von Assous' Komödien, und da er 2020 verstorben ist, wollte ich ihm zu Ehren nochmals eines seiner besten Stücke geben." Das Zwei-Personen-Stück die "Achterbahn" lebe von pointierten Texten, Wortwitz und überraschenden Wendungen. Die Premiere steigt am 10. Oktober um 17 Uhr.

Weihnachtlich wird es dann ab dem 28. November mit Erich Kästner. Gedichte und Geschichten gelesen von Tanja Schaller und Wolfgang Krebs, musikalisch untermalt von Tanja Schaller und Martin Köhlerschmidt. "Kästner ist für mich einer der ganz Großen, im Grunde der Vorreiter des politischen Kabaretts", sagt Krebs. Seine Geschichten hätten auch heute noch Gültigkeit, seien berührend und hintergründig. Für die Strapazierung der Lachmuskeln - denn aller guten Dinge sind bekanntlich drei - sorgt schließlich ab dem 18. Dezember Daniel Glattauers Komödie "Die Wunderübung". Eine Persiflage auf Paartherapien, an deren Ende man nicht mehr weiß, wer hier eigentlich der Therapeut ist.

Persönlicher Kontakt wichtig

"Wir spielen im Schlosstheater gerne Stücke von Autoren, die Themen aufgreifen, die uns berühren und betreffen." Darin sehe Wolfgang Krebs einen Teil des Erfolgs des Schlosstheaters begründet. Auch der persönliche Kontakt zu seinen Zuschauern ist dem Theatermacher enorm wichtig. "Wir verkaufen bewusst keine Karten über ein Ticketportal, sondern nehmen lediglich Reservierungen per Telefon oder E-Mail entgegen", erklärt er. Das Persönliche, der Plausch vor oder nach den Vorstellungen, das habe etwas Familiäres, "das macht unser Theater aus". Deswegen haben vermutlich auch viele der Stammgäste in der Pandemie das Theater unterstützt - mit aufmunternden Botschaften oder mit dem Kauf von Gutscheinen. "Die Zuschauer sollen sich bei uns wohlfühlen." Deswegen werde auch darauf geachtet, bei den kommenden Vorstellungen die Stühle nicht zu eng zu stellen und die aktuell gültigen Corona-Regeln (3G) einzuhalten, eine Lüftungsanlage mit Außenluft sorge für zusätzliche Sicherheit.

Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig vor den Vorstellungen zu erscheinen, damit es durch die notwendigen Corona-Kontrollen zu keinen Verzögerungen kommt. "Natürlich kann man auch spontan zur Abendkasse kommen", sagt Wolfgang Krebs, wobei es sicherer sei, sich einen Platz im Voraus zu reservieren. Dies kann man per E-Mail unter info@schlosstheater-thurnau.de oder telefonisch unter 09203-9738680 machen. red