Coburg — Heute vor 25 Jahren wurde das Coburger Land von Besuchern aus der DDR schier überschwemmt. Der 11. November 1989 war ein Samstag, und im Coburger Landratsamt schoben die Beschäftigten Überstunden, um das Begrüßungsgeld auszuzahlen. Insgesamt wurden an diesem Wochenende in Stadt und Landkreis Coburg rund 5,5 Millionen Mark als Begrüßungsgeld ausgegeben.
Viele Besucher fuhren mit den 100 Mark pro Person direkt weiter in die Coburger Innenstadt, um das Geld dort wieder auszugeben. "In einer Drogerie in der Spitalgasse waren selbst kleine Plastiktüten begehrte Souvenirs", notierten die Reporter des Tageblatts.
Die Mohrenstraße wurde durch die Kraft der Verhältnisse zur Fußgängerzone, in der Spitalgasse schenkte die SPD Kaffee an die Besucher aus. "Der Wahlkampf hat Pause", verkündete dazu der Oberbürgermeisterkandidat, der damals Norbert F. Kastner hieß.
Noch einige Zahlen von diesem Wochenende: Von Freitag, 10. November 1989, 3.50 Uhr, bis Sonntag, 12. November 1989, 18 Uhr, passierten 16520 Autos mit 65 515 Personen den Grenzübergang Rottenbach. 87 der Einreisenden gaben an, im "Westen" bleiben zu wollen. sb