Augsfeld — Der Fußballkreis Schweinfurt braucht dringend neue Schiedsrichter. So lautete die zentrale Mitteilung der Spielgruppentagung, die am Donnerstag beim FC Augsfeld stattfand. Schiedsrichter-Obmann Josef Raab warb vehement um neue Kolleginnen und Kollegen, Kreisspielleiter Gottfried Bindrim verteilte Trillerpfeifen als Werbemittel. "Die könnt ihr euren Teilnehmern am Neulingslehrgang mitgeben oder aber bald selbst benutzen, wenn wir keine Schiedsrichter mehr für eure Spiele einteilen können", verdeutlichte Raab die Symbolwirkung der verteilten Pfeifen.

Nur wenige Absagen

Ansonsten hatten Bindrim sowie seine Kollegen wenig auszusetzen an der insgesamt "gelungenen Vorrunde". Die Anzahl der abgesagten Partien hielt sich in Grenzen, deshalb sei er "super zufrieden". Dies gelte auch für die Hallenrunde. 72 Mannschaften hätten sich zur Kreismeisterschaft gemeldet, die letztlich Landesligist FC Sand für sich entschied. Auch die erstmals ausgetragene Bezirksliga habe gut funktioniert. In beiden Fällen wünschte sich Bindrim aber noch mehr teilnehmende Vereine.
Dass die personelle Situation im Schiedsrichterbereich alles andere als rosig ist, wurde anhand einiger Zahlen deutlich: 162 Vereine im Kreis Schweinfurt stellen insgesamt 351 aktive Schiedsrichter. Pro Wochenende sind allerdings 320 Partien zu leiten. Was das bedeutet, ist leicht auszurechnen: Immer mehr Spiele könnten in Zukunft nicht mehr besetzt werden.
"Es ist logisch, dass wir mit der Nicht-Besetzung in den untersten Spielklassen da beginnen, wo die Vereine selbst keine Schiedsrichter haben", sagte Raab. Auch finanziell wird es die Vereine, die keine oder zu wenige Schiedsrichter stellen, empfindlich treffen.
Raab empfahl deshalb dringen die Teilnahme am Neulingslehrgang der Schiedsrichtergruppe Haßberge. Dieser beginnt am Sonntag, 22. Februar, um 9.30 Uhr in der Stadiongaststätte des 1. FC Haßfurt. Mindestalter ist 14 Jahre. Nähere Auskünfte erteilt Josef Raab, Handy 01520/1917504, E-Mail: josef.raab11@gmail.com
Für das Sportgericht berichtete Robert Markert von 295 Fällen und damit von einer minimalen Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Gravierend seien für ihn die 51 Spielausfälle, die vor das Sportgericht gelangten. Markert "versprach" hier für die Zukunft "härtere Strafen".
Lieblingsprojekt des Bayerischen Fußballverbandes ist derzeit der "Liveticker". Den stellte Bernd Reitstetter vor. Der Bezirksspielleiter zerstreute anfangs mögliche Ängste, der Liveticker werde auch in den unteren Klassen zur Pflichtaufgabe gemacht. "Es wäre zwar wünschenswert, wenn jeder Heimverein sonntags den Liveticker bedient, auf Kreisebene wird es aber auch zur kommenden Saison definitiv nicht verpflichtend werden", versprach Reitstetter. Seine Demonstration machte aber deutlich, dass die Bedienung der Liveticker-Software über eine Handy-App alles andere als kompliziert ist.
Reitstetter kam auch kurz auf "sein" Thema zu sprechen: Der Mindestlohn. Genaue Angaben seien allerdings noch nicht möglich, dazu sei seitens der Politik noch viel zu viel unklar. "Wer heute weiß, wie das in einem Jahr aussieht, könnte reich werden", meinte Reitstetter augenzwinkernd.

Start Anfang August

Die neue Saison wird auf Kreisebene am ersten August-Wochenende angepfiffen, der Totopokal wird in der zweiten Runde wieder in Vierer-Turnieren ausgetragen. Mit Edgar Hedrich aus Schwanfeld stellte sich abschließend noch der neue Kreis-Ehrenamtsbeauftragte vor. Hedrich warb für eine "Pro-Amateur-Schulung" am 24. März in Niederwerrn. red