"Das Operationsequipment ist beeindruckend. Manches davon würde ich mir wünschen", sagt Björn Mück, Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Kempten. Er ist einer der Chirurgen von deutschlandweit rund 35 Spezialisten, die zum neunten Hernienexpertenworkshop auf Einladung von Chefarzt Bernhard Drummer, Leiter der Allgemeinchirurgischen Abteilung des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, nach Forchheim gekommen waren.

Auf der zweitägigen Veranstaltung treffen sich Chirurgen aus ganz Deutschland, um spezielle operative Techniken und chirurgische Problemfälle vorzustellen und zu diskutieren. Unter einer Hernie versteht man das Austreten von Eingeweiden aus der Bauchhöhle, umgangssprachlich als Bruch bezeichnet.

Bei einer laparoskopischen Operation (per Bauchspiegelung) eines Leistenbruchs, den die Teilnehmer mit Hilfe der Datenübertragung und spezieller 3-D-Brillen im Konferenzsaal verfolgen konnten, demonstrierte Bernhard Drummer die moderne Operationsausrüstung. Neben den dreidimensionalen, extrem scharfen und hochauflösenden Bildern aus dem Inneren des Körpers, die am Klinikum in Forchheim bereits seit 2015 die Arbeit des Operateurs erleichtern, hat das Krankenhaus laut Pressemitteilung zwei Operationssäle auf dem neuesten Stand der Technik gehalten: Teile der laparoskopischen OP-Anlage, die von den Kliniken für Allgemeinchirurgie und Frauenheilkunde genutzt wird, wurden modernisiert. Die Dokumentation aller bildgebenden Verfahren erfolgt über ein Übertragungssystem, mit dem der Mediziner auf alle visuellen Daten zugreifen kann.

Bessere Ausleuchtung

Bernhard Drummer ist besonders von den OP-Lampen begeistert: Die Beleuchtung regelt sich selber: Bei herkömmlichen OP-Lampen wirft der Operateur einen Schatten. Bei der modernen Anlage fällt das Licht durch intelligente Ansteuerung der LED-Module automatisch aus einem anderen Winkel auf den Operationstisch. Das Lampensystem fokussiert automatisch, Leuchtfeldgröße, Lichtqualität und -helligkeit bleiben gleich.

Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, schätzt das Bildgebungsverfahren. "Die 3-D-Technik und Auflösung sind deutlich besser, besser als das menschliche Auge", beschreibt er die Vorzüge für den Operateur. Durch die deutlich verbesserten Sichtverhältnisse ist das Risiko von unerwünschten Operationsereignissen entscheidend verringert. Die OP-Zeiten verringern sich, dadurch benötige der Patient geringere Narkosen und sei nach der Operation schneller wieder fit, so Stefan Schatz, Berater der Firma Medika-Fachhandel für Medizinprodukte. red