Es gab Zeiten, da stand die Altenburg auf einem weitgehend kahlen Hügel. Als die Schäferei aufgegeben wurde, setzte jedoch die Wiederbewaldung ein. Sie ist in den vergangenen Jahren weit vorangeschritten, wie in einer Mitteilung der Stadt Bamberg festgestellt wirde.
Eigentlich sei dies kein Problem, darin sind sich laut der Meldung Naturschützer einig, da auch der Wald ein artenreicher Lebensraum ist. Auf einigen Flächen, insbesondere warmen, sonnenbeschienenen Südhängen, wolle man aber die offene Landschaft erhalten. Solche Hänge stehen seit einigen Jahren unter dem Schutz der europäischen "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie", weil sie besonders reich an seltenen Pflanzen- und Tierarten sind. So auch der Südhang der Altenburg nach Wildensorg hinunter.
Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens veranstaltet der Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg e.V. dieses Jahr eine Exkursionsreihe zu den bedeutendsten Projekten, die er betreut. Sie begann Ende April unter dem Titel "Landschaftspflege in der Stadt - Zu Besuch beim König" mit einer Führung zu den Magerwiesen an der Altenburg, sozusagen einem Hotspot der Artenvielfalt.
Schäfer Anton König aus Oberharnsbach, Biologe Klaus Weber vom Landschaftspflegeverband und der Naturschutzbeauftragte der Stadt Bamberg, Jürgen Gerdes, berichteten von ihrer Arbeit.


"Hotspot der Artenvielfalt"

Gerdes wies darauf hin, dass das Gebiet um die Altenburg ein "Hotspot der Artenvielfalt" im Stadtgebiet sei, neben Hain, Buger Wiesen, Flugplatz Breitenau und den Mainauen bei Bischberg.
Die Altenburg sei mit 386 Metern nicht nur der höchste Ort Bambergs, sondern um sie herum existiere zudem die höchste Biotopdichte der Stadt. Daher habe man hier bereits 1976 ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. 2004 seien dann die besonders artenreichen Südhänge als europäisches Schutzgebiet festgesetzt worden.
Biologe Klaus Weber erläuterte die Gründe dafür. Ausschlaggebend sei die enorme Artenfülle des Gebietes gewesen, insbesondere aber das Vorkommen von zwei europaweit gefährdeten Schmetterlingsarten, sogenannten Ameisenbläulingen - hübschen kleinen blauschillernden Faltern, die von einer einzigen Wirtspflanze leben, dem Großen Wiesenknopf.
Überhaupt fühlten sich Insektenarten an solchen offenen wärmebegünstigten Lagen wohl und mit ihnen Vogelarten wie der Wendehals oder Reptilien wie Blindschleiche und Zauneidechse.
Da solche Hänge nach der Aufgabe der Landwirtschaft zuwachsen und die seltenen Arten verschwinden würden, müssten sie, so Weber, durch Landschaftspflege offen gehalten werden. Das sei am Altenburghang gut möglich, da es hier noch zwei aktive Schäfer gebe, Anton König und Hans-Jürgen Lips aus Wildensorg.
Durch Zurückdrängen von in die Wiesen einwachsenden Gehölzen würde die Beweidung beträchtlich erleichtert. Die Landschaftspflege werde in europäischen Schutzgebieten mit 90 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert.
Schäfer Anton König berichtete über den Verlauf der Triftwege und die Schwierigkeiten, die die Beweidung heutzutage mit sich bringt. Der Autoverkehr erforderte besondere logistische Leistungen, um die Schafe zu den Weidegründen zu bringen.
Neben den Altenburghängen beweidet er auch die Wiesen um die Villa Remeis, den Ottobrunnen, den Flugplatz Breitenau und Flächen im Regnitztal.
Es sei nicht einfach, geeignete Pferchflächen zu finden, wo die Tiere über Nacht gezäunt werden können. Dabei sei er auf die Bereitschaft von Gemeinden und Privatleuten angewiesen.
Durch die Unterstützung des Landschaftspflegeverbandes und des Naturschutzes hat er jedoch an Zuversicht gewonnen, seine Arbeit weiterführen zu können.
Umgekehrt betonten diese, wie sehr die Artenvielfalt von dieser traditionellen Art der Landschaftspflege profitiere. Sie müsse unbedingt erhalten und möglichst noch ausgeweitet werden - das sei ökologisch vorteilhaft, energiesparend und kostengünstig. red