In Eltmann wird weiter gekämpft für den Erhalt des Schaeffler-Werks. Am Mittwoch starteten der Betriebsrat und die Vertrauenskörpervertretung erneut eine Mahnwache mit Lichteraktion vor dem Werkstor. Ein gutes Dutzend Beschäftigte bauten über 400 Kerzen auf, die bei Einbruch der Dunkelheit den Schriftzug "Alternative jetzt!" darstellten.

Betriebsratsvorsitzender Uli Schöpplein erklärte die Alternative, die sich zur Werksschließung bietet. Der Betriebsrat hat ein Gutachten beim arbeitnehmernahen Info-Institut in Auftrag gegeben, die dem Arbeitgeber vorgestellt wurden. Für die stark betroffenen Standorte im Bereich "Industrie" Eltmann und Wuppertal sowie den Teilbereich der Standorte Schweinfurt und Höchstadt wurde ein Alternativpaket präsentiert. Das Konzept sieht vor, dass Produkte wegfallen oder innerhalb der Standorte verschoben werden. Es soll aber auch Bereiche geben, die ausgebaut werden beziehungsweise neu dazukommen. Anders als vom Arbeitgeber vorgesehen wären deutlich weniger Arbeitsplätze betroffen. Die geplanten Werkschließungen in Wuppertal und Eltmann könnten so verhindert werden und knapp 1000 Beschäftigte an beiden Standorten verbleiben.

"Das Konzept des Betriebsrates ist ausgewogen und agiert mit Augenmaß", kommentiert Thomas Höhn, der vonseiten der IG Metall die Verhandlungen begleitet, den Ansatz der Interessenvertretung. "Der Arbeitgeber nennt sein Programm Space und zielt vor allem auf die Stärkung der Renditen ab. Wir möchten unter dem Begriff "Fair Space" die Alternativen sammeln, die sowohl Gewinne sichern, aber die Belange der Arbeitnehmer und ihre Standorte sehr viel stärker würdigen."

Schöpplein nimmt für die kommenden Gespräche den Vorstand und die Familie Schaeffler in die Pflicht: "In den kommenden Verhandlungen wird es vor allem darauf ankommen, die Arbeitgeberseite zu überzeugen. Ohne ein Entgegenkommen des Konzerns geht es nicht."

Im September hatte der Konzern weitreichende Sparpläne angekündigt. Insgesamt will Schaeffler in Deutschland 4400 Arbeitsplätze an 17 Standorten abbauen. Sechs Standorte sollen zudem gänzlich geschlossen, verlagert oder verkauft werden.