Friesen — 19 Punkte und 17:3 Tore auf der einen und drei Zähler und 4:16 Tore auf der anderen Seite - dieser Vergleich zeigt allzu deutlich, wer heute in Friesen als Favorit aufläuft. "Der SC Feucht ist eine Klasse für sich und spielt in einer ganz anderen Liga", verteilt SV-Trainer Andreas Lang Vorschusslorbeeren an den Tabellenführer, der in Friesen seine Position verteidigen und im achten Spiel den siebten Sieg feiern will.
Es gibt wohl auch im Lager des Tabellenvorletzten kaum jemanden, der ausgerechnet heute den ersten Saisonerfolg erwartet. "Da brauchen wir uns nichts vorzumachen; jeder rechnet mit einer Niederlage", sagt Andreas Lang. "Andererseits kann man als klarer Außenseiter in einem solchen Spiel eigentlich nur gewinnen und etwas Positives mitnehmen."

"Urlauber" sind wieder dabei

Positives hat der Trainer durchaus bei der 1:3-Niederlage in Kasendorf erkannt. "Wir sind immerhin in Führung gegangen und haben gezeigt, dass wir auch in der Offensive unsere Möglichkeiten haben." Aber ausgerechnet der Torschütze des 0:1, Frank Fugmann, hat sich beim Aufsteiger verletzt und wird heute fehlen. Er ist nicht der einzige. Auch Torhüter Marvin Kiesewetter und Yannik Krebs müssen - neben den Langzeitverletzten - noch eine Zeitlang passen, womöglich auch Benjamin Rebhan. Dafür kehren wohl Nico Fröba und auch die "Urlauber" Maximilian Stammberger, Nils Firnschild, Hendric Marzog, Daniel Herz und Daniel Jakobi zurück.

Frust nach Niederlage

Am Zustandekommen der Niederlage in Kasendorf hat Lang auch einige Tage nach dem Spiel noch zu knabbern. Vor allem die unterschiedliche Zweikampfbewertung des Schiedsrichters kritisiert er. "Es war das erste Foul von Philipp Gleich; da hätte Gelb völlig gereicht." Sowohl vor dem Platzverweis als auch danach hätten die Gastgeber wesentlich schlimmere Fouls begangen, die der Schiedsrichter maximal mit einer Verwarnung geahndet habe. "Ein Kasendorfer hat nach seinem Einsteigen sogar mit der Roten Karte gerechnet und war schon auf dem Weg in die Kabine", sagt Lang, der in einer sichtlich aufgeheizten Atmosphäre schließlich des Feldes verwiesen wurde.
Zusätzliche Brisanz barg nämlich auch das 2:1. "Der Linienrichter hat Abseits angezeigt, wurde vom Unparteiischen aber ignoriert", berichtet der SV-Trainer. Dass sich die Friesener einmal mehr benachteiligt fühlten ("In dieser Serie war noch kein Schiedsrichter auf unserer Seite"), konnte auch sein Kadendorfer Kollege Markus Taschner verstehen. "Nach dem Schlusspfiff war zwar nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber die Gäste waren sportlich fair. Ein paar Spieler haben auch ein Bier mit uns getrunken", sagt er.
Andreas Lang hat die Niederlage abgehakt. "Mund abwischen und weitermachen", sagt er vor dem schweren Gang gegen den Spitzenreiter. Und er weiß: "Die Mannschaft ist sehr engagiert und betreibt einen hohen Aufwand; irgendwann belohnt sie sich dafür."
SV Friesen: Kirschbauer - Woitschitzke, Roger, Meyer, Zwosta, Fröba (?), Rebhan (?), Sudol, Scholz, Köcher, Ph. Kestel, Stammberger, Firnschild, Herz, Marzog, Jakobi. han