von unserem Redaktionsmitglied 
Lisa Kieslinger

Kreis Haßberge — Die ersten warmen Frühlingstage haben die Fahrradfahrer schon ins Freie gelockt. Zweiradmechaniker aus dem Landkreis geben Tipps, wie man sein Rad aus dem Winterschlaf holt.

1. Die Reifen: Das Wichtigste ist, den Luftdruck im Reifen zu prüfen. "Es kommt immer auf den Reifen an, aber um die drei Bar sollten es schon sein", meint Andreas Bill von Fahrrad-Schnaus in Haßfurt. "Wenn die Luft nach dem Winter halb heraußen ist, kann man den Schlauch nochmal verwenden. Wenn die Luft ganz weg ist, sollte man den Reifen genauer prüfen", sagt August Kaiser vom Zweiradfachgeschäft in Ebern. Durch Temperaturunterschiede können Reifen leicht porös werden, meint Otmar Neider von Buddy's Fahrradservice in Sand. "Das muss immer überprüft werden", sagt Neider.

2. Die Kette: Vor dem Saison-Start sollte die Kette geölt werden. Am besten verwendet man dazu Kettenspray, das haftet gut und ist schmutzabweisend. "Die Kette sollte jedoch nicht zu sehr geölt werden. Am Besten mit einem Pinsel das Kettenöl auftragen. Das pappt dann auch nicht so", erklärt der Besitzer von Buddy's Fahrradservice. "Die Glieder der Kette müssen immer gut beweglich sein. Wenn eines verrostet ist, kann es dazu kommen, dass die Kette überspringt", meint August Kaiser aus Ebern.

3. Das Licht: Vor Fahrtantritt prüfen, ob das Licht funktioniert. "Bei einem Trekking-Rad mit Dynamo, diesen einfach anschalten und das Rad drehen, dann sieht man gleich ob es funktioniert", sagt Andreas Bill. Ansonsten sind seit August letzten Jahres Batterielichter am Fahrrad erlaubt. Beim Kauf muss jedoch auf die Zertifizierung geachtet werden. "Bevor es los geht, unbedingt schauen, dass der Akku der Lichter geladen ist", ergänzt Otmar Neider (Buddy's Fahrradservice).

4. Die Bremsen: Nach dem Winter die Bremsen prüfen, sprich Bremshebel ziehen und die Bremswirkung testen. Beim Bremsen-Check lohnt sich auch ein Blick auf die Bremsbacken, ob diese verschlissen sind. "Bremszüge und Schaltzüge sollten immer gut durchgeölt werden. Dann klappt das nach der Pause wieder besser", erklärt August Kaiser. Allgemein sollte man laut Rad-Experten alle beweglichen Teile am Rad gut ölen. Otmar Neider rät dazu, Bremsen und Schaltung von Experten checken zu lassen. "Das kann schnell richtig gefährlich werden", meint er.

5. Die Schrauben: "Allgemein sollte das Rad nicht viel Spielraum haben", erklärt Andreas Bill. Dafür sei es wichtig, alle Schrauben am Fahrrad nach der Winterpause festzuziehen.

6. Das Elektrorad: "Seit zwei bis drei Jahren sind Elektroräder stark im Kommen", meint Andreas Bill (Firma Schnaus, Haßfurt). Wichtig ist es, den Akku regelmäßig nachzuladen, auch wenn man nicht damit fährt. Ansonsten kann es passieren, dass der Akku nach der Winterpause tiefenentladen ist. Dabei können Zellen kaputt gehen, und es hilft nur noch ein Besuch beim Fachhändler.

7. Die Trends 2015: Auch in diesem Jahr sind Elektroräder wieder der Trend schlechthin.
"Erst vor kurzem wurde die elektronische Gangschaltung auf den Markt gebracht. Das könnte auch zum Trend werden", meint Andreas Bill. Geschaltet wird hierbei durch Knopfdruck. Das Display zeigt dem Radler die Gänge an. "Dadurch kann schneller und präziser geschaltet werden", erklärt Bill.