von unserem Mitarbeiter Gerd Klemenz

Klosterlangheim — Anlässlich des Abschlusses der aufwendigen Renovierung der Filialkirche Sankt Michael mit der Weihe eines neuen Volksaltars sowie die Segnung des neuen Ambo besucht Erzbischof Ludwig Schick am Sonntag, 6. September, die zum Seelsorgebereich "Bernhard von Clairvaux Lichtenfels" gehörende Filialgemeinde Klosterlangheim.
Die Kirchengemeinde sowie Gäste sind zum feierlichen Pontifikalamt um 10 Uhr eingeladen, einer anschließenden Agape im Konventbau und einem Orgelkonzert um 17 Uhr. Um 9.45 Uhr beginnt am ehemaligen Konventbau eine Kirchenparade mit den Ortsvereinen und Fahnenabordnungen sowie Bürgermeister, Stadträten und Kirchenvertretern. Nach der Messe ist eine Begegnung aller Besucher mit dem Erzbischof im Konventbau möglich. Von 13 bis 16 Uhr besteht die Möglichkeit, die Filialkirche zu besichtigen oder im Konventbau Kaffee und Kuchen zu genießen.


Risse im Gewölbe

Auf der kleinen, klangvollen Orgel aus den 1960ern-Jahren findet am späten Nachmittag mit Jitka Maisel (Orgel) und Anne-Rose Werners (Sopran- und Altblockflöte) ein sicherlich eindrucksvolles Konzert statt. "Wir freuen uns, dass die Sanierung unserer Filialkirche in Klosterlangheim wunderbar gelungen ist. Wir danken allen Beteiligten, die in irgendeiner Form an der Renovierung mitgewirkt hat", sagte kürzlich der Islinger Pfarrer Henryk Chelkowski.
Der 2012 verstorbener Pfarrer Harald Munser leitete die Sanierung der Filialkirche in die Wege. So wurden 2010 Risse an den Fenstern und Deckengewölben sowie Feuchtschäden im Dachgeschoss und im Sockelbereich festgestellt. Dies macht eine umfangreiche Sanierung erforderlich, die im Jahr 2012 begann. Der Dachstuhl musste überarbeitet und mit Schiefer neu eingedeckt werden.
Die Risse in den Außenwänden wurden verpresst und die Sandsteinfassade überarbeitet. Wegen des Hangwassers wurde die defekte Drainage komplett erneuert. Gleichzeitig konnte ein behindertengerechter Zugang mit einem neuen, angemessenen Vorplatz verwirklicht werden. Die Innensanierung umfasste die Erneuerung der maroden Elektroanlagen, die Überarbeitung der Anstriche, Reinigung der Böden und Reparatur der bleiverglasten Fenster. Mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurde der Abbau der Empore besprochen, um an deren Stelle zwei neue Möbelboxen als Sakristeiersatz und Lagerraum zu verwirklichen.
Der Glaswindfang ermöglicht einen neuen Einblick in den beeindruckenden Gewölberaum für Besucher und Touristen, auch außerhalb der Gottesdienstzeiten. Die historische Innenausstattung wurde gereinigt und aufgefrischt. Um den Raumeindruck zu vervollständigen, wurden ein neuer Altar mit Ambo geplant, der einen 30 Meter langen beeindruckenden Durchblick bis zum Hochaltar ermöglicht.
Etwa an der gleichen Stelle der heutigen Filialkirche stand schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine von Abt Heinrich I. errichtete Friedhofskapelle. Das heutige Gotteshaus entstand im frühen 17. Jahrhundert als Friedhofskapelle - ausgerichtet mit dem Chor nach Osten. Geweiht wurde sie am 1. August 1624 mit dem Patrozinium Sankt Maria, Sankt Petrus und Sankt Bernhard.


Früher Begräbnisstätte

Die Kirche diente früher den Priestermönchen als Begräbnisstätte. Sie ist unbeschädigt über die Zeit erhalten geblieben und ist heute das Gotteshaus der kleinen Dorfschaft. Im Giebelfeld der Fassade ist als Sandsteinrelief das Wappen das Abtes Johannes VII. Weigand eingefügt, der von 1620 bis 1626 den Stab führte.
Im Inneren der Kirche, an den Scheibensteinen des Kreuzgewölbes, finden sich von Ost nach West die Wappen des Klosters Langheim, des Zisterzienserordens, der Grafen von Truhendingen, der Herzöge von Meranien, der Grafen von Orlamünde, der Förtsche von Thurnau sowie ein Wappen mit Kreuz und Hand, wohl das Wappen von Heinrich I. Wappen zieren auch die profilierten Konsolen des Kreuzgewölbes. Der Hochaltar, ein neugotischer Flügelaltar, stammt von Leonhard Vogel aus dem Jahre 1906. Der ehemalige Hochaltar der früheren Sepulturkapelle der Abtei Langheim steht in der Oberlangheimer Filialkirche Sankt Michael.