Marktschorgast feiert an diesem Wochenende 912. Kirchweih mit Patronatsfest. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie kann nicht von einer klassischen Jakobi-Kirchweih die Rede sein, denn im sakralen wie im profanen Bereich muss man sich an die geltenden Verordnungen halten. Am Kirchweihsonntag, 25. Juli, findet in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere um 10.15 Uhr ein Festgottesdienst statt, den Pfarrer Michal Osak zelebriert.

Weit schweift der Blick über den lang gestreckten Marktplatz mit seinem Kopfsteinpflaster hinunter zur Pfarrkirche St. Jakobus. Hoch erhebt sich der Kirchturm mit dem Schutzpatron (siehe Bild) über die Häuser, ein massiges Bauwerk mit Zwiebelturm und Laterne. Ein zweischiffiger Raum, getrennt durch eine Säulenreihe, empfängt den Besucher mit einem gotischen Kreuzrippengewölbe.

Die Ursprünge des Gotteshauses liegen jedoch im Dunkeln. Im Jahre 1109 bestätigte Bischof Otto I. von Bamberg dem Stift St. Jakob in Bamberg eine Reihe von Gütern. Darunter befand sich "Scoregast cum ecclesia, decimatione, foro", was heißt: Scoregast mit der Pfarrkirche, mit dem Zehnt, mit dem Marktplatz. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Eigenkirche des edelfreien Geschlechtes von Schorgast-Stein, die bereits in der Anfangszeit des Ortes entstanden war. Das muss etwa im 8. oder 9. Jahrhundert gewesen sein.

Die Barockzeit veränderte alles in ihrem Sinn. Der Glockenturm erhielt seine Zwiebelhaube und die Laterne. Das Kircheninnere wurde teilweise Barock umgestaltet. Altäre, Bildwerke und Schnitzereien füllten den Raum. Wenig ist davon erhalten, denn Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Welle der Wiederbelebung der Gotik ein. Sie spülte die schönsten Kunstwerke hinweg und brachte neugotische Schreineraltäre und eine diesem Stil entsprechende Kanzel, die bei der Renovierung der Kirche im Jahre 1980 entfernt wurden.

Dennoch: Auf ihren Patron muss die Kirche nicht verzichten. Er ist anwesend in Gestalt einer Figur, die um 1300 entstanden ist. St. Jakobus der Ältere ist der Schutzheilige der Pilger, der Krieger, der Arbeiter, der Apotheker, Drogisten, Hutmacher, Wachszieher, Kettenschmiede, der Äpfel und Feldfrüchte.

Aus einer Höhe von 28 Metern wacht Jakobus, der Patron der Pfarrkirche von Marktschorgast, über den Marktflecken. So ist es nicht verwunderlich, dass der Jakobusweg von Hof über Marienweiher kommend durch Marktschorgast und weiter nach Himmelkron, Bayreuth bis nach Nürnberg führt. Eine stilisierte Muschel weist den Pilgerweg bis nach Santiago de Compostela. Santiago de Compostela steht heuer im Zeichen eines Heiligen Jahres. Das ist immer der Fall, wenn der Gedenktag des Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt.

Senioren sind eingeladen

Seit 2016 liegt die Gestaltung der Jakobi-Kerwa in den Händen der Marktgemeinde. Dazu teilte Bürgermeister Marc Benker mit: "Schweren Herzens mussten wir unsere Kirchweih aufgrund der Corona-Pandemie für dieses Jahr wieder absagen. Davon wäre auch der geplante volkstümliche Nachmittag im Festzelt betroffen gewesen. Nach intensiven Überlegungen, einigen Besprechungen und aufgrund der gelockerten Maßnahmen ist es uns wieder möglich geworden, für die Marktschorgaster Bürger eine Wirtshauskerwa zu ermöglichen. Gerade unsere Senioren über 70 Jahren möchten wir daher recht herzlich zu einem Pott Kaffee und einem Stück Torte am Kirchweihsonntag ab 14.30 Uhr in unsere örtlichen Gastwirtschaften einladen. Dafür erhalten sie einen Gutschein."

Für Groß und Klein steht am Kirchweihnachmittag ab 14.30 Uhr ein Eiswagen am Marktplatz, und um 17 Uhr findet im unteren Markt ein Standkonzert mit dem Jugendblasorchester Bad Berneck bei freiem Eintritt statt. Kerwaauftakt ist bereits am Donnerstag, 22. Juli. Die örtliche Gastromomie bietet Kerwaessen, Schlachtfest, Steaks und Brotwerscht und Kerwaschmankerl an. Prei.