Bad Staffelstein — Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) brauchte am Mittwochabend einen langen Atem. Nach zweieinhalb Stunden stand der Wunsch der Grundstückseigentümer fest: Die Johann-Dientzenhofer-Straße wird noch in diesem Jahr saniert. Beim Informationsgespräch in der Adam-Riese-Halle waren 17 der insgesamt 19 Grundstückseigentümer anwesend.
Der Stadt war viel an der Meinung der Bürger gelegen, wie Bürgermeister Kohmann eingangs erklärte. Die Johann-Dientzenhofer-Straße ist rund 200 Meter lang und sieben Meter breit. In der Straße befindet sich rechts ein Gehweg, links ein Gehweg und in der Mitte die Fahrbahn. So wie man eben in den 50er-Jahren eine Straße gebaut hat. Für die Anlieger heute keine einfache Situation, da parkende Autos oft ein Durchkommen erschweren und manchen Anwohner behindern. Ziel des Umbaus, so Bürgermeister Kohmann, sei, den Verkehr zu verlangsamen und die Aufenthaltsqualität für Fußgänger zu erhöhen.
Hinzu kommt, dass die Stadt den Kanal befahren ließ. Dabei stellte sich heraus, dass dieser erneuert werden muss. Gleiches gilt für die Wasserleitung.
Beim Ausbau der Johann-Dientzenhofer-Straße werden Gestaltungselemente der Schubertstraße aufgegriffen, erläuterte Stadtbaumeister Andreas Ender. Die Straße erhält eine mittelführende Entwässerung. Dort wo es geht, sollen Parkplätze entstehen. Neben gestalterischen Elementen sollen zwei Meter breite, mit je einem Baum bepflanzte farbige Pflasterstreifen den Straßenraum optisch aufwerten. Der Autoverkehr soll die Straße künftig nur noch in Schrittgeschwindigkeit befahren.

Gesamtkosten: 430 000 Euro

Die Kosten für den Ausbau der Straße als verkehrsberuhigter Bereich bezifferte Bürgermeister Jürgen Kohmann auf rund 250 000 Euro. Mit der Erneuerung von Kanal- und Wasserleitungen lägen die Gesamtkosten (einschließlich Straße) dann bei rund 430 000 Euro.
Die Bedenken der Bürger bezüglich der vorgestellten Planung betrafen die Verkehrssicherheit der Fußgänger und damit vorrangig der Kinder. Eine Straße ohne Gehsteig sei unheimlich gefährlich, argumentierte eine junge Mutter. Die Befürchtung weiterer Anwohner, dass die Dientzenhofer-Straße nach dem Ausbau zu schnell befahren werden könnte, widerlegte Bürgermeister Kohmann. "Ein verkehrsberuhigter Bereich basiert darauf, dass alle Teilnehmer gleichberechtigt sind." Zum Einen werde die Dientzenhofer-Straße nur von den Anliegern frequentiert oder von Leuten, die etwas zu erledigen hätten. Zum Anderen werde der Standort der Parkplätze erst nach dem Ausbau gemeinsam mit den Anwohnern festgelegt. Allerdings gebe es gewisse "Zwangspunkte" (wie Grundstückseinfahrten, private Parkplätze) wo kein öffentlicher Parkplatz möglich sei.

Knappe Mehrheit

Gegenüber der verkehrsberuhigten Variante kämen mit einer so genannten Anliegerstraße (mit Gehsteig) deutlich höhere Umlagekosten auf die Grundstückseigentümer zu. Von den 17 anwesenden Eigentümern sprachen sich zwölf für eine Abstimmung bezüglich eines Ausbaus noch am Informationsabend aus. Zwölf und damit die Mehrheit votierten für die verkehrsberuhigte Variante. Mit knapper Mehrheit (9:8) fiel die Abstimmung für einen Baubeginn noch in diesem Jahr aus. Die Stadt möchte zeitnah die Ausschreibungen auf den Weg bringen. Stadtbaumeister Ender rechnet mit einer Fertigstellung noch in diesem Jahr. gst