Um die Ausweisung eines förmlichen Sanierungsgebiets in der Gemeinde Rannungen ging es in der Gemeinderatssitzung. Hierfür stellte Architektin und Stadtplanerin Christiane Wichmann vom Architektur- und Ingenieurbüro Perleth aus Schweinfurt die Ergebnisse vor.
Der Bestand des Ortes wurde unter den Gesichtspunkten der Raumbildung, der Nutzungs- und Freiraumstruktur, des Bestands, der Bebauungsdichte, der Versiegelung sowie der Grundstücksgröße und Erschließung untersucht. Als Ergebnis nannte Wichmann eine hohe Wohnqualität sowie eine schöne landschaftliche Einbindung der Ortslage. Probleme seien unter anderem ein hoher Versiegelungsgrad bei niedriger Nutzungsdichte: Nebengebäude dominieren den Ort.


Überalterung und Leerstand

Sie erwähnte auch die Gefahr der Überalterung und des Gebäudeleerstandes sowie einen hohen energetischen Sanierungsbedarf. Defizite sah Wichmann auch in der Gestaltung des öffentlichen Raumes und der vorhandenen Wegeverbindungen. Dabei führte sie außerdem aus, wie die städtebaulichen Missstände laut Baugesetzbuch bewertet werden müssen.
Ziele der städtebaulichen Sanierung seien die Bewahrung des städtebaulichen Erbes, insbesondere der baukulturellen Bausubstanz. Außerdem müsse die Ortsstruktur an die Herausforderungen des demographischen Wandels angepasst werden. Eine zeitgemäße Instandsetzung und Modernisierung des vorhandenen und erhaltenswerten Wohnungsbestandes sei ebenso wichtig wie der Klimaschutz und die Energieeffizienz.


Entkernung und Abbrüche

In Rannungen müsse es zudem zu einer "Nachverdichtung" durch Umbaumaßnahmen von leerstehenden oder untergenutzten Gebäuden kommen. Gezielte Entkernung beziehungsweise Abbrüche von nicht erhaltenswerten Haupt- und Nebengebäuden zur Steigerung der Wohnqualität seien ebenso wichtig. Für Wichmann fiel das Urteil über die Festsetzung des Sanierungsgebiets eindeutig aus: "Die vorbereitenden Untersuchungen zeigen, dass auf Grund der städtebaulichen Mängel eine Sanierung notwendig ist und eine zügige Durchführung im öffentlichen Interesse liegt."
Die Sanierung erfolgt im so genannten vereinfachten Verfahren, eine 15-Jahre-Frist wird ab Rechtskraft der Sanierungssatzung festgesetzt. Diese Frist kann durch den Gemeinderat verlängert werden. Die Räte plädierten einstimmig dafür. Der Entwurf der vorbereitenden Untersuchungen mit den Zielen der Sanierung für den "Innenbereich Rannungen" wurde mit einer Gegenstimme genehmigt, einstimmig wurde das Sanierungsgebiet festgelegt.
Die Räte behandelten auch einen Antrag auf eine Baugenehmigung. Daniela Zitzmann und Christian Prediger wollen in der Von-Münster-Straße ein Wohnhaus mit Doppelgarage errichten. Mit einer Gegenstimme genehmigte der Rat dies.


Alte Regelung bis 2020

Von den Räten war die Abgabe der Optionserklärung zum neuen Umsatzsteuerrecht gefordert wurden.
Einstimmig erklärte der Rat, dass alle von 2017 bis 2020 ausgeführten Leistungen weiterhin in der geltenden Fassung Anwendung finden.