von unserer Mitarbeiterin  Renate Neubecker

Mürsbach — Unter der Schirmherrschaft von Landrat Johann Kalb (CSU) feiert der Gesangverein "Freundschaftsbund" 1865 an diesem Wochenende sein 150. Jubiläum.
An Maria Lichtmess, 2. Februar 1865, gründeten 40 Mürsbacher Persönlichkeiten den Verein mit dem Ziel, das Dorfgeschehen zu beleben, indem man die Musik pflegte und gute Bücher und Zeitungen las. In wenigen Monaten stieg die Mitgliederzahl auf 51 Personen, die sich aktiv am kulturellen Leben im Dorf beteiligten. Schon nach kurzer Zeit etablierte sich innerhalb der Gesellschaft ein Gesangverein, dessen Gründer der Gastwirt Johann Feiler war. Als Gesangsliteratur diente der Regensburger Liederkranz.
Beim Friedensfest am 5. März 1871 mit Freudenfeuer auf dem Kolch, waren auch die Sänger dabei. Im August desselben Jahres organisierten die Mitglieder die Danksagungsfeierlichkeiten für die heimkehrenden Soldaten. Die Feiern zur Weihe der neuen Fahne standen im Juni 1903 zwei Tage lang im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens. Damals wurde der Gesangverein "Liederhort" Hallstadt als Patenverein gewonnen, der seitdem ununterbrochen bei jedem Fest wie auch heuer die Patenschaft übernahm. Das Fest wurde ausgiebig gefeiert und der erste fränkische Sängerwettstreit ausgetragen. Sieger war der Gesangverein Ebern.

Taktstock vom Hofdrechsler

1905 bekam der Verein einen Taktstock geschenkt - gefertigt vom königlichen Hofdrechsler Zimmermann aus München. Mit einem Piano machte Pfarrer Petavy 1908 ein weiteres großzügiges Geschenk. Anfang des 20. Jahrhunderts sang man nicht nur als Männerchor, sondern trat gelegentlich auch als gemischter Chor auf. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg und die nachfolgenden Inflationsjahre folgten für den Verein ruhigere Zeiten. Erst 1937 beteiligte man sich wieder an einem Wertungssingen in Untermerzbach.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben erst 1950 wieder richtig in Schwung. Der Gesangverein beteiligte sich aktiv an den Veranstaltungen der Nachbarvereine und konnte selbst sein 90. Jubiläum feiern. Stimmgewaltig erklang beim Jubiläum die Schubert-Messe, gesungen vom Gesangverein Liederhort Hallstadt mit 70 Sängern.
Ein Höhepunkt im Vereinsleben war anlässlich des 100-jährigen Bestehens die Verleihung der Zelter-Plakette, gestiftet von Bundespräsident Theodor Heuß, verliehen in einem Festakt auf Schloss Weißenstein. In den Folgejahren zeigte sich der Verein sehr aktiv, sang bei den Veranstaltungen der Nachbargesangvereine und besuchte Feste und Jubiläen. 1990 wurde der gemischte Chor gegründet.
Im Jubiläumsjahr ist Johann Baptist Merkel erster Vorsitzender. Sein Stellverteter ist Geo Weschenfelder. Für die Finanzen ist Heinrich Gunzelmann verantwortlich und Franz Walk fungiert als Schriftführer. Chorleiterin ist Franziska Gunzelmann.
Die Feierlichkeiten zum 150. Jubiläum beginnen am Samstag, 13. Juni, um 17.45 Uhr mit dem Aufstellen der teilnehmenden Vereine am Marktplatz zum Totengedenken am Ehrenmal. Danach erfolgt der Abmarsch zum Ehrungsabend in der Festhalle Schmittlutz am Haflinger Hof. Nach dem offiziellen Teil des Abends werden die Gäste ab 21 Uhr von Michael Pechmann musikalisch unterhalten.

Freundschaftssingen

Am Sonntag, 14. Juni, stellen sich die Festgäste um 8.45 Uhr zur Kirchenparade am Marktplatz auf. Danach findet um 9 Uhr die Festmessfeier in der Pfarrkirche Sankt Sebastian statt. Beim Gottesdienst singt der Patenverein "Liederhort" aus Hallstadt. Anschließend ist Abmarsch zum Frühschoppen mit der Blaskapelle Mürsbach zum Haflinger Hof. Hier werden die Fahnenbänder übergeben. Ab 11.30 Uhr gibt es ein Mittagessen. Ein Freundschaftssingen mit den Chören aus Hallstadt, Memmelsdorf, Birkach, Eyrichshof und dem Mürsbacher Jubelverein schließt sich um 13.30 Uhr bei Kaffee und Kuchen an. Später sorgt Michael Pechmann für die lockere musikalische Umrahmung. Zum Festausklang ab 18 Uhr wird er ebenfalls aufspielen.