von unserem Mitarbeiter Ralf Naumann

Sand — Einen guten Vorgeschmack bekamen die Besucher am Sander Hermannsberg bereits Mitte Mai beim "Grand-Prix"-Qualifikationsrennen.
Nun steht eine Steigerung an, wenn die Verantwortlichen des Motorsportclubs (MSC) vom Dienstag, 5., bis Mittwoch, 9. August, zum zweiten Mal die Europameisterschaft "Modell-Offroad-Buggys" ausrichten. Knapp 180 Fahrer aus 20 Nationen werden erwartet - darunter England, Italien, Österreich, Schweiz, Norwegen, Finnland, Russland und natürlich Deutschland.

Europameisterschaften

Der 1951 gegründete MSC Sand und das seit 1999 integrierte "RC Car Buggy-Team" mit Spartenleiter Ralf Bauer an der Spitze haben reichlich Erfahrung mit Großereignissen im Modellsport. 2005, 2006 und 2010 fanden in der Haßberge-Gemeinde deutsche Meisterschaften statt, während 2007 die Europameisterschaft B sowie 2011 die "große Europameisterschaft" ausgetragen wurden.
Begonnen hat beim MSC alles mit Motocross. Später kam noch "Offroad 4 mal 4" dazu. Als sich Verantwortliche und Mitglieder entschieden, die Jugendarbeit im Verein zu forcieren, kam schnell der RC-Buggysport auf die Tagesordnung.
Auf die alte Motocross-Strecke bauten Bruno Keeß und seine Teamkollegen eine "RC Car Buggy"-Strecke. "Als bekannt wurde, dass es in Sand eine solche Strecke gibt, wurde das Interesse immer größer und die Mitgliederzahl wuchs stetig", freut sich der 47-jährige MSC-Öffentlichkeitsreferent über den Lohn der Bemühungen.

Stärker als ein Formel 1-Motor

Die Besucher dürfen sich an den fünf Tagen wieder auf professionellen Rennsport der Extraklasse freuen - mit hochwertigen Modellautos. "Die Buggys im Maßstab 1:8 sind Wettbewerbsfahrzeuge und müssen je nach Hersteller in genauer Kleinarbeit zusammen gebaut werden", macht Bruno Keeß deutlich.
Sie sind mit drei Differenzialen ausgestattet und können "nach Belieben gesperrt, also entweder schwer- oder leichtgängiger gemacht werden". Der Baukasten kostet zwischen 500 bis 600 Euro. Im Fahrzeug ist ein Verbrennungsmotor mit 3,5 Kubikzentimeter und einer Leistung von 2,5 PS. "Das ist im Verhältnis mehr als ein Formel 1-Motor", sagt Keeß. Dieser Motor, der zwischen 300 und 400 Euro kostet, bringt die RC Cars auf stolze 70 bis 80 Stundenkilometer und beschleunigt in nur 1,5 Sekunden. Das Fahrzeug benötigt noch andere Komponenten: Eine Steuerung, Servos, Sprit, eine Starterbox für den Motorstart und andere Kleinteile, sodass noch mal eine Summe von etwa 300 bis 500 Euro zusammenkommt.