Der Weinbau spielt in Sand eine große Rolle. So fand auch die Krönung der neuen Weinprinzessin und damit die Abkrönung ihrer Vorgängerin erstmals in einem größeren Rahmen statt, als in den vergangenen Jahren. Am Samstagabend setzte Nadine Rippstein ihrer Nachfolgerin Elisabeth Goger im Saal des Hotels Goger die Krone auf, die sie selbst ein Jahr lang getragen hatte.
"Ich finde es gut, dass ihr im Team auftretet", sagte Bürgermeister Bernhard Ruß. Denn im vergangen Jahr hatte es eine Besonderheit gegeben. Damals gab es mit Nadine Rippstein, Svenja Schneider, Anna-Lena Gottschalk und Elisabeth Goger vier Bewerberinnen um das Amt der Weinprinzessin, alle stammten aus bekannten Winzerfamilien. Intern hatten sich die Kandidatinnen darauf geeinigt, auf eine Wahl zu verzichten. Stattdessen beschlossen sie, das Amt abwechselnd jeweils für ein Jahr zu übernehmen. Wer gerade nicht amtiert, soll dennoch zu Veranstaltungen mit eingeladen werden und der Weinprinzessin als Ehrendame zur Seite stehen.
Den Anfang machte damals Nadine Rippstein. Nun, ein Jahr später, übergab sie ihre Krone an Elisabeth Goger. Unter den Gästen waren auch die fränkische Weinkönigin Kristin Langmann und die Weinkönigin der Hessischen Bergstraße Anja Antes. Dabei waren außerdem zahlreiche Weinprinzessinnen sowie die Sander Weiden- und Korbprinzessin Anna-Maria Schneider und Bierprinz Sebastian Gocker. "Auf einen kirchlichen Vertreter müssen wir leider Gottes verzichten", sagte Roland Mahr vom Weinfestkomitee. Allerdings sei mit Richard Schlegelmilch, der seit vielen Jahren bei öffentlichen Veranstaltungen in die Rolle des Abt Degen schlüpft, ein guter Ersatz im Saal. "Bei deinem Charme / wird selbst Abt Degen ums Herz warm", reimte der Darsteller des Geistlichen, dem zugeschrieben wird, im 17. Jahrhundert den Silvaner nach Franken gebracht zu haben.


Auf dem Weidenthron

Die Moderation des Abends übernahm Lisa Sünkel von Radio Primaton, die mit viel Charme durch den Abend führte. "Viele Vereine finden keine Vorsitzenden mehr", sagte sie im Bezug auf schwindendes Engagement der Menschen. Umso lobenswerter sei es, dass sich immer noch viele Kandidatinnen als Weinprinzessinnen bewerben. Einen besondern Dank sprach sie auch Stefan Rippstein aus, der den aus Weiden geflochtenen Stuhl gefertigt hatte, auf dem die neue Weinprinzessin gekrönt wurde. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von den Bläsern von "Sander Scharfes Blech".


Zeichen der Zeit erkannt

"Der Erfolg auf dem Markt hängt auch von der Präsentation ab", betonte stellvertretender Landrat Oskar Ebert die Bedeutung der Weinprinzessinnen. Die Zahl an Kandidatinnen zeige außerdem, "dass es weitergeht". "In Sand schlägt das Herzstück des Abt-Degen-Weintals", sagte der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann. "Jetzt kann man sagen: ,Der geht da rüber und schleimt rum', aber ich kann's auch begründen", sagte er und hob die Rolle einiger Sander Winzer hervor, die "die Zeichen der Zeit erkannt" hätten und den Zusammenschluss verschiedener Weinorte ins Leben riefen. "Man nimmt uns langsam aber sicher wahr", freute sich Stadelmann. Einer, den der Zeiler Bürgermeister in seiner Rede besonders lobend erwähnte, war Rudi Ruß. Dieser erinnerte sich in einem Grußwort an seine erste Begegnung mit Nadine Rippstein bei der Vorbereitung einer Weinprobe. Wie viele andere Redner beschrieb er die scheidende Prinzessin als sehr offene Person. Die Weinprinzessin des Abt-Degen-Weintals Johanna Berninger meinte: "Du hast nicht nur Sand, sondern auch das Abt-Degen-Weintal repräsentiert." Zum Abschied aus dem Amt erhielt Rippstein einige Geschenke, unter anderem bekam die Weinbau-Studentin ein "Winzerinnen-Starterpaket" von den Weinprinzessinnen anderer Orte. Sie selbst gab einen Rückblick auf ihre Amtszeit. Auf die Frage von Moderatorin Lisa Sünkel, wie sie sich in diesem Jahr verändert habe, antwortete sie: "Ich kann jetzt viel offener vor Menschenmengen sprechen." Zudem betonte sie, durch ihr Amt sei sie viel rumgekommen und habe Franken kennengelernt. Schön fand sie auch die Besuche verschiedener Messen wie beispielsweise der Grünen Woche in Berlin, wo sie auch einige Prominente aus nächster Nähe erlebte.


Studentin wird zur Prinzessin

Nadine Rippstein war es dann, die bekanntgab, wer ihr nachfolgen würde. Elisabeth Goger kam bereits im Elternhaus mit Weinbau und Gastronomie in Kontakt. "Es fühlt sich unglaublich an", kommentierte die 21-jährige Studentin der Wirtschaftsinformatik ihre Krönung zur Weinprinzessin. "Ich freue mich auf das Jahr und das, was kommt."