Bernhard Panzer

Nach dem großen Erfolg der Schaeffler-Ausstellung gehen die Verantwortlichen des Stadtmuseums gut gelaunt in das Jahr 2017. Drei Sonderschauen sind diesmal geplant, wobei bereits Mitte Februar sich erneut Bürger aus Herzogenaurach präsentieren dürfen.
Waren zuletzt private Erinnerungsstücke aus 70 Jahren Schaeffler zur Verfügung gestellt worden, kommen jetzt die Sammler generell zum Zuge. "Die Herzogenauracher öffnen ihre Schatztruhen, geben einen Einblick in ihre Sammelleidenschaft", berichtet Museumsleiterin Irene Lederer.
Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden: "Warum sammelt der Mensch?" Der Jagdtrieb und die Sammelleidenschaft gehen schon auf die Kindzeit zurück. Wer hat nicht seine Schätze in Schuhkartons unter dem Bett gehortet?


Bierkrüge und Werbematerial

Wer Dinge sammelt, speichert aber auch Erinnerungen. Ob Briefmarken, Fußball-Bildchen oder Schmetterlinge - Sammlerinnen und Sammler haben nie genug, berichtet die Museumschefin. Und warb dafür bereits jüngst vor dem Kulturausschuss. In einer Pressemitteilung heißt es nun wörtlich: "Für die Ausstellung des Herzogenauracher Stadtmuseums öffnen leidenschaftliche Sammlerpersönlichkeiten aus Herzogenaurach und Umgebung ihre Schatztruhen. Zu sehen sind echte Raritäten wie mechanisches Blechspielzeug und Dampfmaschinen - die Kinderträume unserer Väter sind heute heiß begehrte Sammlerstücke. In Zeiten der Massenproduktion können aber auch einfache Dinge, zum Beispiel Glasflaschen für süße Brause oder lebensgroße Pappaufsteller aus der Werbebranche, zu Sammel- und Lustobjekten werden." Spielzeugsammlungen, von Überraschungsei-Figuren bis hin zu Kuscheltieren, sollen die Sonderschau dabei zu einem Ausflugsziel für die gesamte Familie, wünscht sich Lederer.
Dass dies so wird, dafür sorgt eine ganze Reihe von Herzogenauracher Sammler, die ihre Stücke zur Verfügung stellen. Auch Alfred Fischer gehört dazu. Der frühere Braumeister der Brauerei Heller sammelt Bierkrüge. Puma-Urgestein Helmut Fischer zeigt Werbematerialien aus mehreren Jahrzehnten, Willi Mehler lässt in seine Alben mit Trauerbildern blicken. Und das Ehepaar Gries beispielsweise stellt Modellautos und Teddybären aus. Andere Sammler möchten laut Lederer anonym bleiben, ihre Schätze sind aber dennoch zu sehen.


Der Reformator

"Martin Luther, die Reformationen und die Folgen" nennt sich die zweite Sonderausstellung des Jahres, passend zu 500 Jahre Reformation. Die Wanderausstellung zeigt am Mitte Mai die Stationen der Reformationsgeschichte und ihre Auswirkungen bis heute. Auch hier wird versucht, Antworten auf Fragen zu geben: Was war eigentlich das Neue an Luthers Theologie? Wie verbreitete sich die neue Lehre? Ergänzt werden soll die Schau mit aussagekräftigen Exponaten, die die Zeit Martin Luthers in Herzogenaurach lebendig werden lassen, berichtet Lederer. Im Rahmenprogramm ist eine Vortragsreihe vorgesehen.
Ab Anfang Juli geht es dann, zwei Wochen lang, um "Kunst in der Natur". Es ist der Abschluss des Sommer-Plenair mit Künstlern aus Polen, Tschechien und Deutschland. Diese kommen wieder auf Einladung des Freundeskreises ERH/Tarnowskie Gory zusammen. Gezeigt werden Bilder und Werke, die unter freiem Himmel, bei natürlichem Licht und im natürlichen Umfeld entstanden sind.