Durch einen mit Leidenschaft, aber auch mit fußballerischen Mitteln erfighteten 3:1-Heimerfolg gegen die TG Höchberg hat der FC Coburg in der Landesliga Nordwest das Tal der Tränen und der Selbstzweifel eindrucksvoll durchschritten. Allerdings machten die in der ersten Hälfte einen Tick konstruktiveren Unterfranken den Vestestädtern das Leben reichlich schwer.
"Anfangs merkte man uns die Verunsicherung von bereits vier Niederlagen und 17 Gegentoren nach der Winterpause an. In der zweiten Hälfte haben wir das Geschehen aber ganz gut in den Griff bekommen. Als Schlüssel zum Erfolg werte ich die Mehrzahl der gewonnenen Zweikämpfe und einige tolle Reflexe unseres Torhüters Jannik Knoch", brachte Matthias Christl sein gelungenes Debüt als Cheftrainer auf den Punkt.
Als kluger Schachzug erwies sich, dass er den routinierten Allrounder Andre Meyer in die Innenverteidigung beorderte. Dieser gab mit seiner stoischen Ruhe der zuletzt eher einem aufgescheuchten Hühnerhaufen gleichenden Defensivabteilung sichtlich Halt.
Hervorragend setzten sich im kompakten Team der Hausherren diesmal auf der rechten Außenbahn Leonhard Scheler und Youngster Fabian Carl in Szene, der immer wieder Löcher in die Reihen der Rand-Würzburger riss. Aufopferungsvoll agierten die beiden Sechser Eric Heinze und Lukas Mosert, die mit zunehmender Dauer durch zündende Ideen in der Vorwärtsbewegung zunehmend Druck auf den Gegner aufbauten.
Die Auftaktphase gehörte der TG, die ballsicher wirkte und vor allem über rechts durch Julian Geiger und David Bergmann sowie im Zentrum mit Alexander Priesnitz für Wirbel sorgte. Ein vermeintlicher Treffer Geigers wurde zurecht nicht anerkannt, weil ein Höchberger Akteur, der verletzungsbedingt behandelt wurde, Sekunden zuvor aufs Spielfeld zurückkehrte, ohne sich vorher beim Linienrichter anzumelden.
Auf der Gegenseite schickte Carl Sertan Sener (22.) steil, der aus kurzer Distanz in Keeper Matthias Wohlfahrt seinen Meister fand, der wenig später einen noch abgefälschten Schuss von Carl parierte. Auf der Gegenseite rettete Knoch das 0:0 im Eins-zu-Eins-Duell gegen Geiger in die Pause.
Nach 63 Minuten mündete die spannende Auseinandersetzung in ihre vorentscheidende Phase. Heinze schickte Sener auf dem rechten Flügel steil. Dieser fackelte nicht lange und bediente Daniel Sam mustergültig, der das Leder aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie drückte. Es war der erste Einschlag des lange verletzten Topscorers der Liga nach 468 Minuten, was einer Erlösung gleichkam.
"Unsere Geduld hat sich ausgezahlt. Jetzt ist der Klassenerhalt nahezu in trockenen Tüchern und wir können in die Planung für die neue Saison gehen", so Sam.
Fast postwendend hätte der Widersacher beinahe zurückgeschlagen. Nach einem Stockfehler kamen Tristan Schmid und der kurz zuvor eingewechselte Pascal Blömer unmittelbar hintereinander frei zum Schuss, scheiterten aber am überragenden Knoch. Matthias Christl mahnte seine Truppe zur Ordnung an. Das fruchtete. Einen weiten Einwurf von Sam an den Fünf-Meter-Raum köpfte Carl (79.) zum 2:0 in den Winkel des langen Ecks. Calle Schiebel (83.), der von der Bank kommend frischen Wind brachte, legte nach. Nach einem ungenauen Abwehrversuch überlistete er Wohlfahrt mit einem Flachschuss aus 18 Metern.
"Wir müssen die Partie seriös zu Ende bringen. Ich will hinten die Null", schwor Christl seine Truppe auf die Schlussoffensive der nie aufgebenden Höchberger ein. Doch diesen glückte trotzdem das Ehrentor. Blömer setzte sich am rechten Strafraumeck durch, flankte nach innen und fand in Daniel Woller (83.) einen dankbaren Abnehmer zum 3:1-Endstand.