Das Wortspiel, auf das die Tourismus Bayerische Rhön GmbH mit der Werbung für Frankens Saalestück setzt, ist so simpel, da war wohl zu erwarten, dass irgendwann jemand den Spieß umdrehen würde. Zum Beispiel so, wie das der offensichtlich glühende Verehrer einer jungen Dame jetzt auf einem touristischen Hinweisschild an der A 71 getan hat. Kurz vor der Ausfahrt Bad Kissingen/Oerlenbach scheute er in Fahrtrichtung Süden keine Mühen und kein Risiko, um den Hinweis auf Frankens Saalestück in seinem Sinne zu verändern. "Frankens Sahnestück wird 30", steht da nun zu lesen.
Das wirft mehrere Fragen auf. Wer ist Frankens Sahnestück? Weiß Frankens Sahnestück überhaupt, dass da jemand werbewirksam gratulieren wollte? Und: Wer macht die schöne Bescherung eigentlich bis zum 31. Geburtstag wieder weg?
Dass die beiden ersten Fragen nur ein sehr kleiner Kreis von Eingeweihten beantworten kann, liegt auf der Hand. Die dritte Frage ist aber auch nicht ohne. Wir mussten jedenfalls von Pontius (Autobahnpolizei) bis Pilatus (Autobahndirektion Nordbayern) telefonieren, um nach zwei Tagen zu erfahren, dass die Autobahndirektion zunächst einmal ermittelt, wer Eigentümer des Schildes ist. Dann setzt sie sich mit diesem in Verbindung, um zu klären, wer von beiden die neue Werbebotschaft entfernt und die alte wieder zur Geltung bringt.
Streng genommen handelt es sich bei der Bearbeitung des touristischen Hinweisschilds an der Autobahn um eine Sachbeschädigung. Trotzdem hoffen wir ehrlich, dass Frankens Sahnestück den Geburtstagsgruß zu würdigen weiß. Stellen Sie sich vor, sie fährt zurzeit nur Landstraße. Oder Schmuck wäre ihr als Geburtstagsgeschenk viel lieber gewesen.