Piloten des Flugsportvereins Grabfeld aus Saal an der Saale nehmen sich seit einigen Jahren einmal im Jahr eine kurze "Auszeit" und fliegen, im wahrsten Sinne des Wortes, dem Alltagsstress einmal davon. Vier Tage lang waren sie unterwegs, natürlich, wie es sich gehört, per Flugzeug. Peter Volz und Rupert Fries mit der eigenen Motormaschine, Dominic Herbert und Christian Schön mit dem vereinseigenen Motorsegler. In Peißenberg stießen die Fliegerkameraden Hermann Deutschenbaur und Alois Zöllner dazu. Geplant hatten die Crews zwar die Insel Elba anzufliegen, änderte dann aber kurzfristig das Programm, als sie einen Blick auf die Wetterkarte warfen.
Dass diese Entscheidung genau richtig war, zeigte sich bei dem viertägigen Flug, denn hier hatten sie, wie Peter Volz und Christian Schön einstimmig sagten "bombastische Flugbedingungen, eine hervorragende Sicht und kaum Turbulenzen." Start war am Flugplatz Saal an der Saale. Ein Zwischenstopp erfolgte am Flugplatz Weilheim- Peißenberg im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Hier kamen die Fliegerkollegen Fluglehrer Hermann Deutschenbaur und Alois Zöllner dazu. Mit ihnen gemeinsam wurden die Pläne für die kommenden Tage erstellt, bevor es in Richtung Italien, konkret Trento mit Ziel Venedig weiterging.


Das Wetter spielte mit

Von einem Superwetter beim Flug über die Alpen sprechen Peter Volz und Christian Schön. Ab dem Brenner haben sie viel Sonne und ruhige Luft gehabt. "Eine wolkenfreie Landschaft, da konnte der Blick weit schweifen - es war einfach herrlich," schwärmt Fluglehrer Christian Schön, als er am Bildschirm noch einmal die Fotos betrachtet. Venedig? "Eine wunderschöne Stadt, aber überfüllt durch Touristen, man wird regelrecht durch die Stadt und über die Brücken geschoben," erinnert sich Fluglehrer Peter Volz. Natürlich besuchte man die Sehenswürdigkeiten wie Markusplatz, den Markusdom, Seufzerbrücke und erlebte auch die Wassertaxis.
Eine Besonderheit, zumindest im Flugverkehr, dürfte der Anflug auf die Lagune in Venedig gewesen sein. "Wenn ansonsten der Funkverkehr in Italien oftmals überhand nimmt, war das hier nicht der Fall, denn der Tower war nicht besetzt." Was tun? Peter Volz: Dann muss man sich untereinander, mit den anderen in der Luft befindlichen Flugzeugführern, absprechen. Einer nach dem anderen landete dann auf dem Flugplatz. "Das war schon mal was Außergewöhnliches, zu landen ohne vom Personal eines Towers eingewiesen zu werden. Venedig haben die Flieger, in Bezug auf den Touristenboom, in schlechter Erinnerung.


Über Österreich nach Tschechien

Auf dem Flugplan standen dann noch Portoroz, ein Ortsteil der Gemeinde Piran, an der slowenischen Adriaküste in Istrien. Das Ortsbild dieser Kleinstadt ist geprägt durch Hotels, das Spielcasino und den Yachthafen. Portoroz hat aber auch eine sehenswerte historische Altstadt. Von Slowenien führte der Weg nach Feldkirchen und Krems in Österreich und schließlich nach Krizanov, ein idyllisches Dorf in Tschechien. Hierher waren sie geflogen, um Arbeitskollegen von Rupert Fries zu besuchen. Die Flieger sprechen von einem hervorragenden Aufenthalt, gutem Essen und vielen Eindrücken. Über Rosenthal, Gemeinde Speichersdorf, ging es dann zurück zum Flugplatz in Saal an der Saale.
Über 13 Stunden waren die Pilpten an den vier Tagen in der Luft und flog in Höhen zwischen 600 Meter und über den Alpen bis zu 3000 Metern.