Ein Nagel in einer Wand. An und für sich nichts Außergewöhnliches. Doch Rüdiger Baumann brachte das kleine Ding auf eine Idee, wie er den Bewohnern der Karl-Herold-Seniorenwohnanlage der Awo in Kulmbach eine Freude machen könnte. Baumann war als ehrenamtlicher Helfer in die von einem Corona-Ausbruch schwer getroffene Einrichtung gekommen, um den Menschen etwas Gutes zu tun (wir berichteten).

Wertvolle Erfahrung

"Doch die Erfahrung, die ich hier gemacht hat, war für mich mindestens genauso wertvoll", erzählt er. Deshalb habe er vor, den Kontakt aufrechtzuerhalten, wenn es die äußeren Umstände wieder zulassen. Bis es so weit ist, hat er sich eine Überraschung für die Senioren überlegt. Nicht nur die momentane Krise hindert einige Bewohner daran, ihre Zimmer zu verlassen. Manche sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Ihnen bleibt oft nur der Ausblick auf die vier umgebenden Wände. Und dann entdeckte der Theatermacher aus Ziegelhütten einen Nagel in der Wand ...

Jetzt, im Februar, warten etliche schöne Bildkalender noch auf Käufer. "Diese ausgesucht schönen Motive könnten so etwas wie ein weiteres Fenster im Raum sein. Es bietet einen farbenfrohen und inspirierenden Blick hinaus in die Welt", so Andreas Kunz, Präsident des Rotary Clubs Kulmbach. Er nahm Baumanns Anregung auf und leitete sie an das Rotary Hilfswerk weiter. Dieses löste den Restbestand der Buchhandlung Friedrich ab, den Inhaberin Christine Friedlein sehr preiswert überließ.

Die Firma Renner und Rehm legte noch 15 prachtvolle Landschafts- und Kunstkalender als Spende oben drauf. Binnen kürzester Zeit war die Aktion erdacht, beschlossen und umgesetzt. So hat der Rotary Club für gute Aussichten gesorgt. Die Awo bedankte sich für die tolle Aktion und die schnelle Umsetzung - die Seniorinnen und Senioren freuten sich sehr über ihr weiteres "Fenster". red