Zum Bericht " Kirchehrenbach lehnt auch Alternativstandort für Schweinemast ab" vom 7. April:

Allenthalben wird eine zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft beklagt mit den entsprechenden ökologischen Konsequenzen und Bedenken, die eine solche Massentierhaltung notwendigerweise mit sich bringt. Für den Verbraucher bedeutet das zusätzlich eine Entfremdung zwischen dem Hersteller, dem Landwirt und dem Konsumenten. Außerdem haben solche Betriebe weite Transportwege und damit zusätzlich Energiekosten zur Folge.
Angesichts all dieser Probleme ist die Verweigerung des Gemeinderats von Kirchehrenbach für den Bau des Schweinestalls eine völlig unverständliche und rückwärtsgewandte Entscheidung. Diese wird umso paradoxer, wenn man bedenkt, dass die SPD einmal die Partei des "kleinen Mannes", des Arbeiters und des Bauern, war. Offensichtlich gelten nun erholungsuchende Touristen oder betuchtere Neubürger mehr als die dörfliche, einheimische Landbevölkerung.
Wer sorgt denn für Streuobstwiesen oder die Vielfalt unserer Kulturlandschaft, wenn nicht die Landwirte, die durch ihre tägliche harte Arbeit die Natur erhalten und gestalten,und die im Regelfall mit dieser Natur sorgsam umgehen, da sie wissen, dass sie von ihr abhängig sind? Jeder Bauer unterliegt den strengen Auflagen der EU bezüglich Dünger, Immissionen oder Arzneimittel, wobei alles genauestens zu dokumentieren ist. Es grenzt an Schikane, wenn sich auch noch Gemeinderäte darin einmischen. Besonders geschmacklos aber ist das "Argument" mit dem Alter der Bauersleute.
Wir sollten froh sein, dass es noch eine kleinbäuerliche Landwirtschaft gibt, und sollten uns für deren Erhalt einsetzen, aber ihr nicht noch zusätzliche Investitionshemmnisse in den Weg legen.

Karl Übler
Forchheim