Karies ist mit Abstand die häufigste Erkrankung des Menschen. Sie ist im Wesentlichen auf falsche Ernährung und fehlende Mundhygiene zurückzuführen. Durch regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen können Karieserkrankungen frühzeitig festgestellt und behandelt werden. Die Zahngesundheit soll durch die Förderung regelmäßiger vorbeugender Zahnarztbesuche von Kindern im Grundschulalter erhalten werden. Ziel ist es, alle Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 in Bayern zu erreichen und durch prämierte Rücklaufkarten zu motivieren, zweimal jährlich zum Zahnarzt zu gehen.

Goldplakette und ein Scheck

Die Aktion "Löwenzahn" gibt es seit dem Schuljahr 1997/1998. Sie wird schuljährlich wiederholt und vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst unterstützt. 73 Prozent aller Grund- und Förderschulen, die an der Aktion teilnahmen, meldeten ihr Ergebnis der Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit (LAGZ).

Aus dem Schulamt Lichtenfels erzielte die Grundschule Leuchsental das beste Ergebnis bei der Kampagne der LAGZ. Zusätzlich zum ersten Platz erhielt die Grundschule eine Goldplakette sowie einen Scheck über 200 Euro. Insgesamt gab es 334 Geldpreise, 222 Sachpreise sowie Gold- und Silbermedaillen.

Weiteres Problem: "Kreidezähne"

"Im Schuljahr 2018/19 erhielt unsere Grundschule Leuchsental mit 155 Prozent wieder ein Super-Ergebnis", sagte Rektorin Yvonne Kern.

"Das heißt, durchschnittlich war jedes Kind mindestens einmal mit Löwenzahn beim Zahnarzt", erklärte Brigitte Krappmann-Büttner, die für die LAGZ die Schulklassen und Kindergärten besucht.

Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH), eine in den letzten Jahren vermehrt auftretende Erkrankung der neuen Backenzähne sowie der Schneidezähne, wird mittlerweile bei immer mehr Kindern im Grundschulalter diagnostiziert. Die Ursachen der Zahnerkrankung sind bislang unbekannt. Umgangssprachlich ist MIH unter dem Begriff "Kreidezähne" bekannt, weil sie sich auf den Zahnschmelz auswirkt und bereits in einem frühen Stadium Überempfindlichkeit und Schmerzen verursacht. Ohne entsprechende Gegenwehr kann es passieren, dass sich der Zahnschmelz allmählich auflöst.

Hier kommt der Aktion "Löwenzahn" die Schlüsselaufgabe zu, die Verbindung zwischen der in der Schule thematisierten Zahngesundheit und dem Zahnarztbesuch in der Praxis herzustellen und in Zukunft noch mehr Eltern zu motivieren, mit ihren Kindern regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen.

Ergebnisse im Schulamtsbereich

Im Schulamtsbereich Lichtenfels wurden bei der Aktion "Löwenzahn" folgende Ergebnisse erzielt: Grundschule Leuchsental Roth 155 Prozent, Regens-Wagner-Schule Förderzentrum Burgkunstadt 91 Prozent, Privates Sonderpädagogisches Förderzentrum St.-Katharina-Schule Lichtenfels 80 Prozent, Grundschule Altenkunstadt 78 Prozent, Grundschule Hochstadt 77 Prozent und Privates Förderzentrum Maximilian-Kolbe-Schule Lichtenfels 74 Prozent. Gerd Klemenz