von unserem Mitarbeiter Markus HÄggberg

Roth — "Toll", "cool", "geil" - Kinderstimmen aus Roth, Kinderstimmen zu dem, was die Mediengruppe Oberfranken in Partnerschaft mit dem Bayerischen Fußball-Verband für den 7. Juni im Bamberger Fuchsparkstadion planen: die Mini-Fußball-WM.
Am vergangenen Mittwoch besuchte der FT die E-Jugend von Fortuna Roth zu einem Fototermin und hörte sich schon mal in der Vorfreude der zumeist Zehnjährigen um.
Nein, wer im Falle eines Falles die "Elfer" schießen wird, ist noch nicht entschieden, erzählt einer der Racker. So darf man sie wohl bezeichnen, diese elf Jungs, die mit und ohne Ball auf dem Trainingsgelände umher wuseln, sich gegenseitig die Bälle abjagen und dem Gesicht ihres Trainers Matthias Mattausch abwechselnd ein Schmunzeln und ein Stirnrunzeln bescheren. Am Mittwoch kamen bei ihnen die Trikots an, sie wurden ausgepackt und übergestreift. Streiflichter aus einem Nachmittagstraining:
"Ich finde die Farbe cool", sagt Lukas Eber. Der Zehnjährige mag das leicht schimmernde Braun des Trikots, an dessen linker Seite in Brusthöhe die russische Flagge prangt. Die russische? Bei der Mini-WM spielen exakt die 32 Teams mit, die auch bei der WM in Brasilien dabei sind. Noch dazu mit dem original gleichen Spielplan der original Vorrunde. Das bedeutet, dass 32 E-Jugendmannschaften aus dem FT-Verbreitungsgebiet in unterschiedlichsten Trikots nach Bamberg reisen werden, um Mini-Weltmeister zu werden. Das ist "der erste Gedanke nach dem Aufwachen", sagt Nils Schmölzing.
Der Junge ist hoch motiviert und dass er für die Sbornaja, so wird die russische Nationalmannschaft auch genannt, auflaufen wird, stört ihn nicht. Natürlich hätte er lieber den Bundesadler auf der Brust, aber auch so fühlt sich der Junge geehrt und will mal die Namen der russischen Spieler googeln. "Mal schauen, ob ich jemanden kenne".
Tim Biesenecker meint nicht ganz so viel Glück mit seinem Trikot zu haben. "Grauslich", weil "ein bisschen für Mädchen", findet der Torwart die rosafarbenen Einsprengsel im überwiegend schwarzen Textil. Typisch für Jungs in seinem Alter; er wird sich trotzdem nach jedem Ball strecken und zeigt im Training Ehrgeiz.
Etwas bittersüß läuft die Sache für den kleinen Simon Schwarz. Vorfahren des Jungen stammen aus Russland, weshalb er sich in seinem neuen Trikot nicht unwohl fühlt. Aber: Während der Zeit, in der die Mini-WM stattfindet, wird er in Urlaub sein und nicht teilnehmen können. Darum bleibt ihm ein insgeheimer Wunsch: "Hoffentlich bringen sie mir keine Schande", so der aufgeweckte Junge über die Fußballkünste seiner Mitspieler.
Die versetzen dem Jungen für diese Stichelei auch umgehend einen Klaps Der Hauptpreis, der bei der WM ausgespielt wird, lohnt: ein Ganztagesmannschaftsaufenthalt im Freizeitland Geiselwind. Ob das motiviert? "Seit Tagen kein anderes Thema mehr bei den Jungs", so eine wissende Mutter aus Roth.