Christoph Böger Die Einsatzgruppe des Bayerischen Roten Kreuzes in Neustadt bangt um ihre Einsatzfähigkeit. Grund: Durch die Corona-Krise entstehen erhebliche finanzielle Einbußen. "Wir sind jetzt mehr denn je auf Spenden angewiesen, damit wir auch weiterhin einsatzfähig bleiben können." Benjamin Curth, Bereitschaftsleiter in Neustadt, macht kein Hehl aus der schwierigen Situation, in der sich er und seine Mitstreiter derzeit befinden.

Die BRK-Bereitschaft finanziert sich vor allem aus drei Bereichen. Die Altkleidersammlung ist ein wichtiges Standbein. Doch in den letzten Wochen wurden sehr wenige bis gar keine Sammlungen durchgeführt. Zum Vergleich: 2019 haben die Mitglieder des BRK Neustadt knapp 50 Tonnen Altkleider weitervermittelt. Aber nicht nur die Einschränkungen bei den Altkleidersammlungen machen der Bereitschaft zu schaffen. "Auch das Verbot und die Absagen zahlreicher Veranstaltungen, wie beispielsweise das Neustadter Kinder- oder Marktfest, trifft uns sehr hart, da wir deshalb keine Sanitätsdienste einteilen können. Auch unser beliebter Glückshafen kann ja derzeit nicht betrieben werden", erklärt Curth. Aber zumindest bei den Altkleider-Containern, die seit letzter Woche in der Bayerischen Puppenstadt wieder schrittweise von den Mitarbeiters der Einsatzgruppe geöffnet wurden, ist Licht am Ende des Tunnels. Die Leerung der Container findet unter hohen Schutzmaßnahmen statt. "Leider gibt es bisher keine genauen Infos, ob und wie lange sich der Virus in Textilien halten kann. Aber oberste Priorität hat bei der Arbeit der Schutz unserer Mitglieder", versichert Curth, der regelmäßig auch selbst mit anpackt und dabei von den eigenen Familienmitgliedern unterstützt wird.

Innerhalb der nächsten vier Wochen sollen alle Container in Neustadt wieder verfügbar sein. Wenn Container voll sind, werden diese dann knapp 14 Tage verschlossen und erst dann geleert. Dieser Ablauf soll noch einmal zusätzlich die Ansteckungsgefahr minimieren.

Trotzdem hofft das Rot-Kreuz-Team, dass die Neustadter weiterhin ihre Altkleider gemäßigt einwerfen, da die Lagerkapazitäten in Neustadt und den bei den Abnehmern erschöpft sind.

"Auf der ganzen Welt ist seit der Krise die Abnahme der Altkleider stark zurückgegangen. Außerdem hat unsere Abnahmefirma ebenfalls Kurzarbeit, was natürlich die Abarbeitung für uns ebenfalls noch einmal erschwert", klärt Curth auf, der trotz aller derzeit herrschenden Probleme seinen Optimismus nicht verloren hat. Er zählt auf die Spendenbereitschaft der Neustadter in dieser auch für die vielen Hilfsdienste sehr schwierigen Zeiten.