Röttenbach — Die Gemeinde Röttenbach hat vor kurzem die erfreuliche Nachricht von TransFair (Verein zur Förderung des Fairen Handels) erhalten, dass alle Anforderungen für die Auszeichnung als Fair-Trade-Gemeinde erfüllt sind.
Die Gemeinde ist seit 22. Oktober 2012 auf dem Weg zur Fairen Gemeinde unterwegs. Die treibende Kraft für die Initiative ist neben Bürgermeister Ludwig Wahl die Steuerungsgruppe mit Lothar Saulich, Sabine Hentschel, Rolf Clemens, Sigmund Knoll und Gerhard Frank. Sie haben sich bewusst Zeit gelassen, um möglichst viele Röttenbacher Geschäfte, Gastronomiebetriebe, Vereine, Kirchengemeinden, Schulen und Kindergärten für die gute Sache zu gewinnen. Für den Titel Fair- Trade-Gemeinde muss eine Kommune nachweislich fünf Kriterien erfüllen.
Durch den fairen Handel werden hauptsächlich Kleinbauern in Entwicklungsländern unterstützt, die sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen haben, um ihre Produkte besser auf dem internationalen Markt mit Ausschaltung von Zwischenhändlern und Börsenspekulanten zu fairen Preisen anbieten zu können. Faire Preise sind Basis für ein selbstbestimmtes Leben der Kleinbauern. Nur so wird eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht, können Kinder zur Schule gehen, kann die Landflucht in die Großstadtslums vermieden werden und - das bekräftigt Gerhard Frank - werden diese Bauernfamilien nicht zu Wirtschaftsflüchtlingen.
Die Initiative ist abhängig von vielen bewusst konsumierenden Menschen. So können ein paar Cent mehr für einen hochwertigen Spitzenkaffee aus Mexiko oder Peru sehr viel bedeuten für die Kleinbauern. Faire Preise sind aus volkswirtschaftlicher Sicht auch sinnvoller als weihnachtliche Almosengaben, bekräftigt Gerhard Frank, der die Situation während seiner Entwicklungshelferzeit in Peru selbst erlebt hat. Almosen würden das krankmachende System sogar noch verfestigen.
Die Auszeichnungsfeier wird im Rahmen des Neujahrsempfangs am 28. Januar in der Lohmühlhalle stattfinden. red