Sigrun Hannemann "Mich kann man mieten!" Der Schriftzug auf dem Carsharing-Bus der Gemeinde Uttenreuth könnte auch bald in Röttenbach zu sehen sein. Vergangene Woche gab es dazu eine Onlinebefragung auf der Homepage der Gemeinde Röttenbach, um den Bedarf eines Carsharing-Fahrzeugs zu ermitteln.

"Wir brauchen eine Wende im Individualverkehr, die die Mobilität der Bevölkerung flexibler ermöglicht", so das Anliegen des Bürgermeisters Ludwig Wahl (FW) in der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend, die coronabedingt diesmal in der Lohmühlhalle stattfand.

Erstmalig wurde im Frühjahr 2018 eine Bedarfsermittlung im Rahmen der Zukunftswerkstatt "Röttenbach 2030" durchgeführt, an der 470 Personen teilnahmen. Von diesen konnten sich 143 eine Nutzung von Carsharing vorstellen, 273 nicht und 54 machten dazu keine Angaben. Inzwischen hat sich die Akzeptanz gegenüber modernen Mobilitätskonzepten verbessert.

Die erneute Befragung zeigte bereits am Mittwoch, dass 60 Prozent der Befragten für Carsharing abgestimmt hatten. "Wenn ich spüre, dass sich die Mehrheit der Röttenbacher dafür entscheidet, dann steht dem nichts mehr im Wege", meinte Wahl.

Geringere Kosten für die Nutzer

Frank Schulte, Gemeinde-Mitarbeiter im Fachbereich Familie, Bildung und Soziales, beschäftigt sich seit November 2019 mit der Thematik Carsharing in Röttenbach. Er erläuterte Vor- und Nachteile der zwei verschiedenen Marktanbieter Mikar und Mobileeee. Er erklärte, welche zwei unterschiedlichen Modelle der Anmietung von der Gemeinde in Betracht gezogen werden.

Schulte kam zu dem Fazit, dass bei Berücksichtigung der Hauptinteressen von Gemeinde und Endverbraucher der Anbieter Mikar attraktivere Konditionen biete. Obwohl die Kosten für die Gemeinde höher seien, fielen geringere Kosten für den Nutzer an.

Es sei dem Bürgermeister sehr wichtig, die Akzeptanz bei den Röttenbachern zu erhöhen, um ein Projekt umsetzen zu können, das dem Klimaschutz zugute kommt.

"Mikar kümmert sich um sämtliche Angelegenheiten das Auto betreffend, auch um Buchungen und Abrechnungen. Schadensfälle und Reparaturen werden ohne zusätzlichen Aufwand für die Gemeinde abgewickelt", betonte Schulte.

Asureichend für eine Familie

Falls sich die Bürger für Carsharing entscheiden, müsse man nur noch den passenden Auto-Typ finden. "Ein neunsitziges Dieselfahrzeug wie in Uttenreuth soll es in Röttenbach nicht werden", so Wahl. Er befürworte auf jeden Fall ein E-Fahrzeug von mittlerer Größe, das für eine vier- bis fünfköpfige Familie ausreichend wäre. Die Ladestation mit zwei Ladesäulen für E-Fahrzeuge existiert bereits seit der Rathausplatz-Erneuerung 2019. Hier wird überlegt, das Carsharing über den Wirtschaftsbereich der gemeindlichen Stromversorgung anzubieten.

Mikar ist ein deutschlandweiter Anbieter von Carsharing. Nach einmaliger Registrierung über die Mikar-App wird der Führerschein geprüft und die Bankverbindung eingegeben. Ausleihe und Rückgabe erfolgen unkompliziert per Bluetooth über die App. Einmal angemeldet, können deutschlandweit andere Autos der Mikar-Flotte ausgeliehen werden, wo immer ein Fahrzeug bereitsteht.