Am kommenden Palmsonntag-Markt in Gräfenberg, also am 20. März, beginnen um 15 Uhr wieder die Führungen durch das Ritter-Wirnt-Museumsstübchen und die Burgstall im Gräfenberger Stadtgraben, wo vor rund 850 Jahren vermutlich die Wiege des Ritter-Dichters Wirnt von Gräfenberg stand.
Der Dichter Wirnt wäre heute Millionär: Sein in ungewöhnlich zahlreichen Handschriften überlieferter Artusroman "Wigalois, der Ritter mit dem Rade" aus dem frühen 13. Jahrhundert wird in den großen Bibliotheken und Museen rund um die Welt aufbewahrt. Die 39 Vollhandschriften und Fragmente sind in der Regel nur Wissenschaftlern zugänglich, die sich bis heute intensiv mit dem Vers-Epos beschäftigen.


In die Schweiz verkauft

Aber mindestens eine der Handschriften befindet sich in Privatbesitz: Die ehemals Donaueschinger Handschrift aus der Fürstlich-Fürstenbergischen Hofbibliothek. Die um 1420 im Elsaß entstandene Handschrift ist mit 31 ganzseitigen, kolorierten Federzeichnungen illustriert und wurde vor Jahren in die Schweiz verkauft.


Im Januar wieder aufgetaucht

Anfang 2016 ist die bibliophile Kostbarkeit wieder aufgetaucht: Im Ausstellungskatalog der Antiquariatsmesse am Stuttgarter Schlossplatz (29. bis 31. Januar 2016) hat sie das Schweizer Antiquariat Bibermühle des Sammlers Heribert Tenschert für 2,4 Millionen Euro angeboten, wie "Die Zeit" berichtete. Im Gräfenberger Ritter-Wirnt-Museumsstübchen können Besucher neben vielen anderen Exponaten und Dokumenten auch die Reproduktion einer Illustration aus dieser Handschrift in Plakatgröße bewundern. Und Wirnts Artusroman ist dort für nur 8,90 Euro als farbenfrohe 68-seitige Comic-Nacherzählung erhältlich. Führungen 2016 durchs Ritter-Wirnt-Museumsstübchen im Gräfenberger Gesteigertor finden wieder von März bis Dezember (in der Regel am letzten Sonntag im Monat), jeweils um 15 Uhr sowie nach Vereinbarung, statt. Die Führung kostet pro Person drei Euro, für Familien fünf Euro. Die Termine: 20. März, 24. April, 29. Mai, 26. Juni, 31. Juli, 7. und 28. August, 25. September, 30. Dezember, 20. November und 11. Dezember. red