von unserem Redaktionsmitglied 
Bernhard Panzer

Herzogenaurach — Die Reaktion ist deutlich. "Als Anwohner und unmittelbar Betroffene sehen wir in dem geplanten Bauvorhaben eine extreme Beeinträchtigung in der Wohnsituation." So steht es in einer Stellungnahme zur Bebauungsplanänderung am Welkenbacher Kirchweg.
Mit den Aussagen der "frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit" befasst sich am kommenden Dienstag um 17 Uhr der Planungsausschuss in öffentlicher Sitzung. Stellvertretend für mehrere Anwohner hat ein Nachbar seine Beschwerde eingereicht. Er wendet sich gegen die Bebauung eines freien Grundstücks in der Rilkestraße.
Dort soll eine Wohnanlage mit 18 Einheiten entstehen, wofür die Stadt extra den Bebauungsplan geändert hat. Für den Schreiber ist das eine Nummer zu groß. Er verlangt, dass "etwaige Änderungen auf ein vernünftiges und für die Anwohner zumutbares Maß begrenzt werden". Die geplante Änderung des Bebauungsplans solle ebenso wie die Beschlüsse des Bauausschusses kritisch geprüft werden.


Hacker: Es ist verträglich

Bürgermeister German Hacker (SPD) sieht das anders. "Wir halten das für verträglich", sagte er im Pressegespräch und verwies darauf, dass alle Grenzen eingehalten würden und die Stadt ihrem Auftrag nachkomme, Wohnraum zu entwickeln. In dem alten Bebauungsplan aus den 70er Jahren seien für ihn unverständliche Größenordnungen festgeschrieben worden. Während man in den Straßen unterhalb zwei Geschosse plus Dach bauen durfte und oberhalb des Grundstückes aber drei Geschosse plus Dach gelten, hatte man laut Hacker für das freie Grundstück dazwischen nur ein Geschoss plus Dach. In den 70-er Jahren möge das vielleicht angemessen gewesen sein, aber heutzutage laute der Auftrag anders. Man müsse auch angesichts des Wachstums der Stadt schauen, möglichst Wohnraum zu entwickeln, auch in verdichteter Bauweise.
Durch die Hanglage würden die geplanten Vorhaben, also zwei Baukörper mit 13 Meter zugelassener Höhe, eher niedriger erscheinen. Oberhalb sind die Wohnblocks der Kantstraße mit 13,5 Meter. Im Einspruch aber wird darauf hingewiesen, dass das geplante Bauvorhaben wesentlich dominanter als die angrenzende Bebauung in der Kantstraße wahrgenommen würde.
Diskutiert wird das Vorhaben jetzt ein weiteres Mal öffentlich in der Sitzung des Planungsausschusses am kommenden Dienstag um 17 Uhr. Da soll der geänderte Bebauungsplan gebilligt und für die richtige öffentliche Auslegung empfohlen werden.