Seit Jahren befasst sich die  Brückenauer Rhönallianz mit dem Thema Klärschlammentwässerung und -entsorgung. Wie Zeitlofs Bürgermeister Wilhelm Friedrich betonte sei "man mittlerweile ein paar Schrittchen weitergekommen." Michael Garhamer von den Stadtwerken Bad Brückenau stellte die ausgearbeitete Vereinbarung den Marktgemeinderäten vor.

Nitrat und Medikamente

Es werde immer schwieriger, Klärschlamm loszuwerden, sagte Garhammer. Die Ausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen sei wegen des zu hohen Nitratgehaltes problematisch. Im Gegensatz zu Norddeutschland sei das Nitrat-Problem in der Rhön zwar nicht ganz so stark ausgeprägt, aber es gebe ja auch noch weitere Rückstände im Klärschlamm, beispielsweise von Medikamenten.

Jetzt wurde beschlossen, dass in einem ersten Schritt der Klärschlamm gemeinsam getrocknet und zur Verbrennung gebracht werden soll. Im zweiten Schritt soll eine Klärschlamm-Presse beschafft werden, und der gepresste Klärschlamm soll zwischengelagert werden. So könnten bessere Preise für die Abnahme erzielt werden.

Nur kurze Vertrags-Laufzeiten

Stellvertretender Bürgermeister Roland Limpert fragte in diesem Zusammenhang, ob es mit den Entsorgern entsprechende Verträge gebe. Garhamer verwies auf Ein- bis Zweijahres-Verträge mit zwei oder drei Versorgern, die sich aber wegen der stetig steigenden Preise auf keine längeren Laufzeiten einlassen.

Zudem wollte Limpert wissen, ob der Klärschlamm vor Anlieferung zur Kläranlage Trübenbrunn beprobt werde. Laut Garhamer solle ein Konzept für die Belastung entwickelt werden, das heißt Menge mal Belastung ergebe den Preis für die Anlieferung.

Auch werde darüber nachgedacht, in  ferner Zukunft den an der Kläranlage vorhandenen unwirtschaftlich gewordenen Faulturm zu erneuern. Die umliegenden Kläranlagen müssten umgerüstet werden für die Entnahme des feuchten Klärschlamms, der dann beispielsweise wöchentlich zur Kläranlage Trübenbrunn gefahren werde. Dort würde dann das Biogas zu Strom umgewandelt.

Neue Mobilfunk-Sendeanlage

Die Erstellung eines Konzeptes für diese interkommunale Zusammenarbeit im Bereich Klärschlammentwässerung und Entsorgung werde etwa drei Monate in Anspruch nehmen. Im Moment sei es jedoch schwer, ein Kostenangebot von geeigneten Büros zu bekommen. Die Marktgemeinderäte stimmten dem Beschlussvorschlag zu.

Bürgermeister Wilhelm Friedrich informierte darüber, dass laut Mitteilung der Vodafone GmbH eine neue Mobilfunk-Sendeanlage im Bereich des Überholbahnhofs an der Schnellbahnstrecke geplant werde. Er sieht keine Einwendungsmöglichkeiten, und der Markt Zeitlofs habe in diesem Bereich auch kein Grundstück zur Verfügung. Vom Marktgemeinderat wurden auch keine Einwände er hoben.

Thomas Hüfner fragte, wie weit der neue Sendemast Richtung Zeitlofs und eventuell darüber hinaus strahle. Diese Frage konnte vom Bürgermeister nicht beantwortet werden.

Matthias Hauke bat, bei der Telekom wegen des derzeit schlechten Empfangs nachzufragen. Unter "Bekanntgaben" sprach der Bürgermeister über die Corona-Krise. Die Bürger des Marktes Zeitlofs seien bisher weitgehend verschont geblieben, bis auf einzelne Fälle.